Wiederaufnahme “Der Fall Esra” am Berliner Hebbel am Ufer

Am 11. März 2010 von daremag / Kolumnen


Im September vergangenen Jahres interviewte die DARE Redaktion die Regisseurin Angela Richter und den Dramaturgen Andras Siebold zur Umsetzung ihres Stückes “Der Fall Esra – Rezeptionsdrama eines Romanes”. Ihre Bühnenfassung der Prozesse um das Verbot von Maxim Billers Roman “Esra” hatte im April 2009 Premiere in der Hamburger Theaterfabrik Kampnagel. Ein Jahr später steht “Der Fall Esra” noch einmal auf dem Spielplan: Angela Richter und ihr Team inszenieren im März 2010 am Berliner Hebbel am Ufer. Wer – nach der Lektüre unserer Gesprächsdokumentation im DARE Magazin “Ikonen” – das Stück unbedingt sehen wollte, hat nun die Möglichkeit. Unsere Redaktion freut sich auf den Besuch der Aufführung am Samstag 13.03.2010.

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Puma Viral

Am 10. März 2010 von daremag / Kolumnen


Auch wenn man die Mechanismen des below-the-line gleichermaßen gut kennt wie nicht leiden kann – dem Charme dieser Puma Virals kann man sich kaum entziehen. Ein Chor – natürlich gecasteter – Ultras intoniert auf herzzerreißende Weise Songs, die nicht wirklich mit dem aggressiven Erscheinungsbild der Fußballfans korrespondieren wollen: “Truly Madly Deeply” (Puma Chor UK) und “Ti amo” (Puma Chor Italien). Beim Empfehlen der beiden Filmchen sind wir uns des Zwiespaltes bewusst: denn natürlich sorgen wir durch diesen Blogpost für Click-Raten auf die YouTube Filme und agieren so gesehen als verlängerter, willfähriger Arm der Puma PR. Soll jeder Leser dieses Artikels selber entscheiden:

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Auf den Trittbrettern des Gängeviertels

Am 9. März 2010 von Olaf Bargheer / Kolumnen


Irgend etwas ist wohl wieder schief gelaufen im Staate Hamburg: PR-stark angekündigt, haben eine Reihe lokaler Musiker auf Initiative des Label-Betreibers und Konzert-Veranstalters Siebeth Darm einen Tribute-Song mit dem Titel “Komm in die Gänge” eingespielt. Sowas funktioniert prächtig bei Live-Aid und Haiti, warum also nicht auch für das Hamburger Gängeviertel. Dumm nur, dass die dort engagierten Künstler nichts davon wussten und auch gar nicht wissen wollen. Die Spenden- und Eintrittsgelder der “Gänge Allstars” jedenfalls gehen nicht an die Initiative im Gängeviertel, sondern – immerhin – an Viva con Aqua. In den Web-Foren ist nun ein Streit um Deutungshoheit, Markenverwendung und Authentizität entbrannt, der viel aussagt über die Vermarktungsmechanismen und die undeutlichen Abgrenzungen von alternativen / off / underground / NGO Initiativen. Für Leser, die den Public Relation Flächenbrand nicht in der Facebook-Gruppe des Gängeviertels mitverfolgen, hier eine Compilation.

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Luk Perceval Videodiary

Am 23. Februar 2010 von daremag / Kolumnen


Der Theaterregisseur Luk Perceval, zur Zeit am Hamburger Thalia Theater, muss eine etwas wehmütig-melancholische Einstellung zu seinen Wintertagen 2009/2010 haben. Daher hat er sich mit einer kompakten Videokamera bewappnet auf die vielen kleinen und großen Reisen begeben, die man als Regisseur so unternimmt. Die mit Klaviermusik hinterlegten Momentaufnahmen stellt er wochenweise bei Vimeo online. Funktioniert unbedingt als künstlerische Videoarbeit – oder einzeln, als Stills. “Imagens bonitas permitindo a contemplação com calma.” wie eine des Portugiesischen mächtige Kommentatorin auf der Facebook-Seite des Thalia Theaters schrieb.

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Call for Participation – Mein Thalia – Wir wären gern 2.0

Am 10. Februar 2010 von Olaf Bargheer / Kolumnen


Das Thalia Theater zieht 2010 tatsächlich eine Sache durch, die nach allgemeiner Erfahrung nur in Ansätzen und Worthülsen steckenbleiben kann: Das im vorigen Sommer nach Hamburg gekommene neue Team will das “Theater zur Stadt hin öffnen”, mit dem “Theater in die Stadt hinein wirken” – als diskursivfreudige Institution, die nicht davor zurückschreckt, einen Prozess anzustoßen, dessen Entwicklung und Ergebnis niemand so recht einzuschätzen in der Lage ist. Immerhin: sukzessives Scheitern und verschwurbelte, partikulare Belanglosigkeiten sind bei Open Source Bewegungen ebenso wahrscheinlich wie das anvisierte Freisetzen von Kreativität.

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Ohne uns! Manifest in der Zeit

Am 5. November 2009 von daremag / Kolumnen


Update des DARE Blog Artikel Rückzugsgefechte der Kreativen Klasse: “Die Zeit” druckt in der Ausgabe vom 04.11.2009 das Manifest “Not In Our Name, Marke Hamburg” auf der Startseite des Feuilleton Ressorts.

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Virtual Encounters – CYNETART

Am 4. November 2009 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst


Am 26. November startet in Dresden die CYNETART. Das Festival für computergestützte Kunst findet 2009 zum dreizehnten mal statt und hat sich neben den Flaggschiffen Transmediale und Ars Electronica als kleine aber feine Plattform an der Peripherie etabliert. Vor zwei Jahren entstand zur elften CYNETART eine Reportage für Zeit online, die hier, als Update und in erweiterter Form, aufgegriffen wird. Im Anschluss an eine Kartografie der europäischen Medienkunstszene ist eine Gesprächsrunde dokumentiert, die sich 2007 zwischen zwei Produktionen in der Lounge des Festspielhauses Dresden Hellerau zusammengefunden hat.

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In Memoriam Claude Lévi-Strauss 1908-2009

Am 3. November 2009 von daremag / Kolumnen


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Wir können die Wahrheit mit Worten nur umstellen – Der Fall Esra – Rezeptionsdrama eines Romans

Am 2. November 2009 von Olaf Bargheer / Ausgaben


Ein halbes Jahr nach der Erstinszenierung in der Hamburger Theaterfabrik Kampnagel und ein halbes Jahr vor der Wiederaufnahme am Berliner HAU rekapitulieren wir mit Angela Richter (Regie) und Andras Siebold (Dramaturgie) den „Fall Esra“. Angela Richter entwickelte das Stück ein Jahr nach dem endgültigen Erscheinungsverbot von Maxim Billers Roman „Esra“ (2003), in dem der heute in Berlin lebende Schriftsteller laut endgültigem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von Oktober 2007 die Persönlichkeitsrechte seiner Exfreundin und ihrer Mutter verletzte. Für die an allen Stellen juristisch heikle Inszenierung des Stoffes konsultierten die Theatermacher eine Hamburger Kanzlei. Kaum ein Schritt in der dramaturgischen Konzeption des Stückes fand ohne vorab klärende Rücksprachen mit den juristischen Beratern statt. Für das Gespräch erschien es daher nur folgerichtig, ein erneutes Zusammenkommen im Reinraum des Konferenzzimmers ebendieser Kanzlei zu arrangieren. Mit Diktiergeräten, Bahlsen-Mischung und nullzweier San Pellegrino-Flaschen.

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Not In Our Name, Marke Hamburg – Rückzugsgefechte der Kreativen Klasse

Am 30. Oktober 2009 von Olaf Bargheer / Kolumnen


Ein Zwischenruf, mit Verständnis für die in der Grauzone tätigen

Dieses wird ein ungeordneter, ruppiger Text. Er entsteht unter dem direkten Einfluss eines Pressegespräches, das am Vormittag des 29.10.2009 in einem der verwahrlosten Gebäude des besetzten Hamburger Gängeviertels stattfand. Dort hatte sich, mit dicken Jacken bewaffnet, eine breite Riege “ungewaschener” (dazu später) Hamburger Kulturprotagonisten zusammengesetzt, um ziemlich deutlich zu machen, dass sie überhaupt keinen Bock mehr darauf haben, als Aushängeschild der vermeintlichen “Kreativstadt” benutzt zu werden.

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Foto: “Not In Our Name, Marke Hamburg” Pressegespräch. Am Tisch von links nach rechts Christoph Twickel (Journalist), Peter Lohmeyer (Schauspieler), Ted Gaier (Die Goldenen Zitronen), Melissa Logan (Chicks on Speed), Tino Hanekamp (Uebel&Gefährlich), Rocko Schamoni (Autor, Musiker, Golden Pudel Club)

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Gruppenausstellung εικονες

Am 10. Oktober 2009 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst


DARE Magazin Gruppenausstellung εικονες in der Galerie Conradi. Bildstrecke von der Ausstellungseröffnung am Freitag 09.10.2009. Magazin Release Party am Samstag 24.10.2009. An den Plattentellern Tobias Schmid, Stanley Ipkiss und Marino Berardi. Gruppenausstellung mit Werken von Wade Guyton, Joyce Pensato, Chicks on Speed, Max Frisinger, Cordula Ditz, Dumitru Gorzo, Johannes Paul Spengler, Michael Conrads, Nele Budelmann, Thomas Winkler

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Herbstredaktion

Am 18. September 2009 von Olaf Bargheer / Kolumnen


Einen blauen Sommer lang war es verdächtig still um die DARE Onlineredaktion. Was nicht heisst, dass die DARE Macher untätig im Central Park herumgelümmelt hätten. Schwerpukte und Themen für die Herbstausgabe des Magazins wurden sorgfältig entwickelt, die Schräubchen der Vertriebsstruktur feinjustiert, neue Autoren in die Heftplanung eingebunden. Wir hatten aber auch weiss Gott anderes um die Ohren. Benjamin Fellmann kuratierte parallel zur Biennale in Istanbul seine erste grosse Ausstellung Without Hintersinn mit Arbeiten von Serkan Özkaya, Mircea Suciu und Dumitru Gorzo, den wir parallel im neuen Magazin vorstellen. Isa Maschewski laborierte wochenlang an einem erkrankten Rücken und zog sich zur Klausur und zum Auskurieren in die Harburger Berge und auf eine Nordseeinsel zurück. Olaf Bargheer hatte gefühlte fünf Aufgabenbereiche beim subvision Festival und achtete neben seiner Kommunikationsleitung darauf, dass die Main Stage und das Programm bei Berndt Jaspers Baltic Raw Tower rockte. Was auch die eine und andere Schnittmenge mit DARE ergab. Die schauerliche Regennacht mit Tobias Schmids letztlich abgebrochenem DJ Set bei subvision brachte uns zum allzu nahe liegenden Beschluss, indoor Auflegen ist erfahrungsgemäss besser, also ist Tobi gemeinsam mit Stanley Ipkiss und Marino Berardi bei der nächsten DARE Release Party wieder an den Plattentellern der Galerie Conradi zu finden. Die findet – save the date – am Samstag 24.10.2009 statt, als Finissage der zweiwöchigen DARE Gruppenausstellung, die am Freitag 09.10.2009 öffnet. Künstlerliste von Magazin und Ausstellung to be announced soon…

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In Memoriam Peter Zadek 1926-2009

Am 30. Juli 2009 von daremag / Kolumnen


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Die Nijinsky-Ausstellung im Hubertus-Wald-Forum

Am 21. Mai 2009 von daremag / Bildende Kunst


Text: Harald Nicolas Stazol

Man sucht den Bakst, von dem der Kunsthistoriker von vorhin nichts wusste und findet ihn und sein Blau und Gold, das Kostüm für die prélude à l’après-midi d’un faune. Man erinnert sich, dass die Uraufführung in Paris mit Claude Debussy am Pult (die Premiere war am 29. Mai 1912 im Pariser Théâtre du Châtelet) unterging in den Schreien “un dentiste – deux dentistes”, weil der moderne Tanz dem Publikum Zahnschmerzen ähnlich sah – oder bereitete.

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Magazin Release “richtiger als falsch*”

Am 4. April 2009 von daremag / Kolumnen


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MAGAZIN RELEASE richtiger als falsch*
FREITAG 17.4.2009 | GALRIE CONRADI | SCHOPENSTEHL 20 | 20095 HAMBURG
20 UHR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG | 22 UHR TOBIAS SCHMID & STANLEY IPKISS

DARE GRUPPENAUSSTELLUNG richtiger als falsch*
SAMSTAG 18.4.2009  14 – 18 UHR | SONNTAG 19.04.2009  14 – 18 UHR
CHRIS LARSON | BERRNHARD BRUNGS | VOLKER HUELLER | JENNIFER BENNETT | PHILIP GAISSER
THOMAS MARKUS SCHUHMANN | NEVAN LAHART | ANNIKA KAHRS | MICHAEL HEERING | DANIELA
VON HÖRSCHELMANN | HANK SCHMIDT IN DER BEEK | TIM KAISER | TILLMANN TERBUYKEN
KATHARINA TRUDZINSKI | ANTONIO SANTIN | WILLEM JULIUS MÜLLER

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Tenten Cuttings

Am 3. April 2009 von Olaf Bargheer / Design & Architektur


Investitionskräftige Global Player sind die bevorzugten Kunden für Grossflächenplakate. Wir wissen nicht, wie man als Street Art Künstler an die exponierten Flächen gelangt, 1010 jedenfalls scheint irgendwie zu den Entscheidern bei Ströer, Wall und Co durchgedrungen zu sein. Als wir den Kontakt zu ihm bekamen und fragten, was es mit den bildschönen Cuttings im Hamburger Stadtraum auf sich hat, schickte er uns ganz ohne klandestines Gebaren diese Bildstrecke und Erklärung…

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Kubik Hamburg

Am 2. April 2009 von Olaf Bargheer / Design & Architektur


Kubik Hamburg leidet vor dem Start wie die meisten Club und Kunst Formate unter den Fallstricken der Behörden: Die Eröffnung des Clubs am Brandshof, die für den 2. April vorgesehen war, musste um eine Woche verschoben werden, weil nötige Freigaben nicht ausreichend gegeben sind. In der ehemaligen Lagerhalle am Brandshofer Deich, die im vergangenen Sommer zwangsversteigert wurde, richten die Kubik-Veranstalter eine architektonische Lichtinstallation aus 154 industriellen Wassertanks ein, die über live-processing angesteuert werden. Architektur, Licht und elektronische Musik schaffen im Zusammenspiel ein kühles, grünes Environment in den rauhen Hallen des weitläufigen Brandshof Areals. An den Plattentellern wird sich in den Sommermonaten alles einfinden, was in Berlin und Hamburg Rang und Namen hat: Julius Steinhoff, Ed Davenport, Eurokai, die Gebrüder Teichmann…

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Magazin Produktion “richtiger als falsch*” bei Zenner Druck

Am 27. März 2009 von daremag / Kolumnen




Magazin Cover “richtiger als falsch*”

Am 26. März 2009 von daremag / Kolumnen


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Am 2. März 2009 von daremag / Bildende Kunst




Wider die falsch verstandene Zurückgenommenheit der digitalen Kunst

Am 23. Februar 2009 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst, Kolumnen


Die Hamburger Kunsthalle wollte Carsten Nicolai nicht nur mit seiner “anti reflex” Installation ausstellen, sondern als Electronic-Musiker vorstellen. Das blieb, wohlwollend ausgedrückt, in seinen Ansätzen stecken. Oder zeigte, drastisch benannt, die Grenzen der Kompetenz eines Museumbetriebes auf. Eine Nachbetrachtung als Offener Brief.

Carsten Nicolai spielt sein Hamburger xerrox-Konzert unausgeruht. Der Samstagabend ist eingebettet in eine Reihe von Konzerten in Barcelona und Leipzig. Im Berliner Studio wartet die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt mit dem Komponisten Michael Nyman, das zum Maerzmusik Festival fertiggestellt sein soll. Die Freitagnacht in Leipzig war lang und “grossartig. Da waren vierhundert Leute auf der Bühne, die haben da bis fünf getanzt, als wäre es ein Club.” Carsten Nicolai, Olaf Bender und Pantha du Prince spielten drei Sets auf der stimmungsvoll umgebauten Hinterbühne des Centraltheaters. Eiserner Vorhang zum Zuschauerraum heruntergelassen, Bar, hochgerüstete PA, wenige Aufsichtskräfte. In der Theaterdirektion schien man Vertrauen in Projekt und Leipziger Publikum zu haben. “Ein Heimspiel” für die Chemnitzer Nicolai und Bender. Für März hat Intendant Sebastian Hartmann Jazzanova engagiert. Der Mann hat sich für das im vergangenen Herbst übernommene Haus einiges vorgenommen.

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White Cash Contemporary

Am 23. Februar 2009 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst, Kolumnen


Ich bekam vor einigen Tagen eine neue Kreditkarte. Die Karte klebte auf einem doppelt gefalteten Briefbogen, war mit silbernen, gestanzten Zahlenkombinationen versehen und knallpink. Auflage exklusive 500. Jetzt bin ich aufgenommen in den Club der Gentlemen, die in der Galerie White Trash Contemporary ganz weit vorn sind. Was in der Praxis bedeuten kann, dass ich 10 Prozent auf Zeichnungen von Fernando de Brito oder Installationen von Oliver Ross bekomme. Also doch nicht wirklich praxisnah: Investitionen in Kunst, zumal Installationen von Oliver Ross, geben viele der Geldbeutel der 500 White Trash Gentlemen im Augenblick nicht her. Venture Capital needed.

Umso mehr Chuzpe also, anstatt Einladungsflyer Kreditkarten über den postalischen Galerieverteiler zu streuen. Nils Grossiens erste Gruppenausstellung seit gut einem halben Jahr verweist denn auch auf die pinkfarbene Private Card: “White Cash Contemporary”.

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alva noto – xerrox vol.2

Am 11. Februar 2009 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst


Nach seiner Herbstinstallation ‘anti reflex’ kommt Carsten Nicolai Ende Februar 2009 in alva noto Funktion zurück an die Hamburger Kunsthalle.

Carsten Nicolai ist gerade zurückgekehrt aus Barcelona, wo er zur ‘Livesoundtrack’ Reihe in den espais actuals ein Live-Set zu Tarkowski’s Breitwandfilm ‘Solaris’ gespielt hat. Über den Umweg Leipziger Centraltheater, wo er am 20. Februar gemeinsam mit Byetone (Olaf Bender) und Pantha du Prince ‘Unitxt’ arrangiert, stellt alva noto am 21. Februar seine neueste Minimal-Electronica-Produktion ‘xerrox vol.2′ in Hamburg vor. Die verwendete Software ist nach dem Prinzip der alten xerox-Kopierer entwickelt. Flughäfen, Telefonschleifen und Kaufhäuser werden im Live-Audio und -Video Set zu ästhetischen Klang- und Bildwelten arrangiert. Nicolai verfährt gekonnt nach der Dramaturgie des Soundtracks, bei dem sich die Musik langsam aufbaut, bevor sie nach dem Crescendo nach und nach verhallt.

Warum DARE das Konzert vehement enpfiehlt: Carsten Nicolai, soviel sei an dieser Stelle vorab verraten, ist in der neuen DARE Printausgabe vertreten. Erscheinungsdatum 17.04.2009.

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Tatort Kunsthalle. Schrecken und Idylle

Am 3. Februar 2009 von daremag / Bildende Kunst


1500 Besucher zählte die letzte Junge Kunstnacht der Jungen Freunde und der studentischen Initiative kunst meets kommilitonten im Lichthof der Galerie der Gegenwart. Nach diesem großen Erfolg geht es am 06.02.2009 um 21 Uhr in die zehnte und somit Jubiläumsrunde der jungen Museumsnacht: mit Kunst, Musik, aufgelegt von Booty Carrell (Golden Pudel Club), Projektionen von VJ Zaza und Kurzführungen (auch in Englisch und Gebärdensprache) sowie der Hamburger Improvisationstheatergruppe Leistenbruch.

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Relax it’s only video – Review Stile der Stadt Videopanel 2008

Am 1. Februar 2009 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst


Vor einem Jahr, im Januar 2008 öffneten Filomeno Fusco und Dirck Möllmann die eiskalten Lagerräume der Clemens-Schultz-Strasse, mitten auf St. Pauli, und landeten mit der Adresse des neuen Ausstellungsraumes einen Coup. 300 qm auf dem Kiez sind für Kunst nicht leicht zu beschaffen. Die erste Ausstellung war das ‘Stile der Stadt’ Videopanel. Elf Videoarbeiten konnten sich raumgreifend in den teils gekachelten, teils roh verputzten Hallen des ehemaligen Getränkelagers austoben. Im Augenblick versieht der dänische Besitzer des Gebäudes das Lager mit Schallschutzdämmung: Besucher können 2009 darauf hoffen, bei Ausstellungen in der Clemens-Schultz-Strasse nicht mehr frieren zu müssen – und sich in Punkto Musik nach 22 Uhr weniger dezent verhalten zu müssen.

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In mokis surrealen Welten

Am 28. Januar 2009 von daremag / Design & Architektur


Text: Kim Kirchhoff

Früher wurden ihre Bilder als „zu sauber“ oder „zu glatt“ kritisiert. Doch macht Sauberkeit einen Teil der Faszination aus, die man vor mokis Bildern spürt: Die glatten Acryloberflächen täuschen, sie führen den Betrachter in die Irre: hier ist nichts wie es scheint. Die naturgetreue, mit feinsten Pinselstrichen dargestellte Eule hat auf den zweiten Blick gar keinen Schnabel sondern einen leicht verkniffenen Mund; der Vogel haust in einer Sofakissen- höhle, doch eine verrutschte Decke gibt den Blick frei auf alte knorrige Baumrinde.

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Gute Aussichten für die Deichtorhallen

Am 24. Januar 2009 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst


Am 22. Januar eröffnete in den Hamburger Deichtorhallen die Fotoausstellung “gute aussichten 2008 2009″. Eine Bildstrecke vom Presserundgang mit den ausstellenden Künstlern und dem Kurator des Hauses der Fotografie Ingo Taubhorn. Fotos von Olaf Bargheer.

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The Follower and other works that follow on from The Follower

Am 10. Januar 2009 von daremag / Bildende Kunst


Um das Folgen, Nachahmen und Wiederholen dreht sich das Werk des 1969 in Leicester geborenen und in Berlin lebenden Künstlers Jonathan Monk. Mit sicherem Gespür für die wesentlichen Entwicklungslinien und viel Sinn für Hintergründiges greift er künstlerische Arbeiten des 20. Jahrhunderts auf, reproduziert diese und besetzt sie dann neu. Dabei stellt sich zwangsläufig die Frage nach „dem Original“. Einen Schwerpunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung in Form von Foto- und Textarbeiten, Objekten sowie Film- und Videoinstallationen bildet die Konzept- und Minimalkunst der 60er und 70er Jahre. Aber auch ältere Vertreter der künstlerischen Avantgarden erfahren eine humorvolle Neuinterpretation. Ihr komplexes und oft auch starres Regelwerk bildet für den Künstler ein ideales Raster, um mit Verweisen auf sein persönliches Umfeld und mittels alltäglicher Gebrauchsgegenstände gleichzeitig spielerisch und komplex zu intervenieren.

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Finanzkrise und kein Ende?

Am 28. November 2008 von daremag / Kolumnen


Text: Harald Stazol

Doch. Sagte Mittwoch Abend jedenfalls Dr. Ernst Josef Pauw, Banker beim Privat-Bankhaus Lampe und Vorstandsmitglied des Hamburger Kunstvereins ebenda – als Readymate der NoRoomGallery sozusagen: ‘Jede Krise ist eine Chance.’ In hoher Kompetenz und einigem Optimismus (man glaubt es kaum) referierte er und erklärte die Zusammenhänge, die wiederzugeben ich mich nun bemühen werde: Ursache allen Übels ist natürlich Georgie W. Bush (wer sonst?) und der Irakkrieg, der, wer hätte das gedacht, 500 Milliarden im Jahr kostet. (Kleine Nebenbemerkung: jedes Weltreich geht offenbar an seinem Militärhaushalt zugrunde, die Römer, die Briten, die Russen und jetzt halt die Amis). Und dann? Brauchte man dringend Frischgeld, wobei der amerikanische Konsument, was kaum jemand weiss, für 2/3 des amerikanischen Bruttosozialproduktes verantwortlich zeichnet.

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Menschen interessieren sich am stärksten für Kunst, wenn sie die Option haben, ein Werk auch zu kaufen

Am 24. November 2008 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst


Ein Gespräch mit Elena Winkel zur Eröffnung der Index 08 im Hamburger Kunsthaus.

‘Ich bin ab elf Uhr am Kunsthaus, kommt doch gegen Mittag vorbei’, hatte Elena uns gesagt, und als wir uns ihr gegenüber an den Tisch mit der Bücherauslage setzen, denken wir einen Moment lang, was soll das für ein Interview werden, die Gute kann doch nur körperlich anwesend sein nach der langen Ausstellungseröffnungsnacht. Elena hat sich einen weiten Pullover über den müden Körper gezogen, und das erstaunliche ist, dass ihre schläfrige, ein wenig monotone Stimme die Inhalte sehr präzise artikuliert und ihre Gedanken gar nicht mal so träge verlaufen wie die Kürze der Nacht es befürchten ließ.

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Die verborgene Spur – Jüdische Wege durch die Moderne

Am 22. Oktober 2008 von daremag / Bildende Kunst


Text: Julia Eckhardt

Metropolen, Szeneviertel, Intersections… der Thesaurus der Gegenwartskunst formt mit seinem Wortschatz das Bild von Grenzgang, städtischer Raumerschließung und Themenfelderweiterung. Unsere Städte werden „beseelt“, individualisiert, vernetzt durch ein künstlerisches Netzwerk, dessen Aktivität allerdings in weitaus geringerem Maße im Untergrund verläuft als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war.



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On our own #1

Am 14. Oktober 2008 von Olaf Bargheer / Kolumnen


Dass auch in anderen Städten einiges gewagt und – in diesem Fall dem urbanen Raum – gegeben wird, zeigt DARE Basel. Die DARE Hamburg Redaktion bleibt ausgeglichen und sagt ganz klar: Wer als User auf der ‘ch’ statt der ‘de’ Seite landet, hat unser vollstes Wohlwollen. Denn was die Schweizer Kollegen an Street Art auf die Wand, aufs T-Shirt und auf ihren alten VW Samba bringen, ist ganz nach unserem Gusto.



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Wir nennen es Hamburg

Am 13. Oktober 2008 von Olaf Bargheer / Bildende Kunst


Hamburg boomt, findet das Stadtmarketing. Hamburg sucks, finden viele Künstler.

Zwei Sätze, die zu Beginn des Festival-Programmheftes stehen und wohl auch den Ausgangspunkt der Kooperation zwischen dem Hamburger Kunstverein und Kampnagel markieren. Beide haben ‘Gespräche geführt, zugehört, gestritten’ und am vergangenen Wochenende das Festival ‘Wir nennen es Hamburg’ gestartet. Eine Bildstrecke vom Eröffnungsabend auf Kampnagel. Mit Aufnahmen vom Schwabinggrad Ballett und FSK.



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Kunst als Joker – Interview mit Wolfgang Ullrich

Am 7. Oktober 2008 von Isa Maschewski / Ausgaben, Bildende Kunst


(erschienen in der DARE Magazin Ausgabe “Hype” Mai 2008)

Prof. Dr. Wolfgang Ullrich ist Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. In seinen Schriften befasst er sich mit der Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, mit bildsoziologischen Fragen sowie Wohlstandsphänomenen. Das Interview findet sich abgedruckt in der DARE Magazin Ausgabe ‘Hype’.



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Was fehlt

Am 7. Oktober 2008 von daremag / Literatur


Text: Anne Köhler

Alles was fehlt

Sie würde sich Mädchen nennen, aber Kinder sagen „die Frau“ zu ihr. Agatha malt zwei Punkte. Sie verbindet die beiden Punkte mit einem Strich. Ist doch ganz einfach, denkt sie. Wortfindung_ Sie ist in der Stadt unterwegs ohne Namen, damit keiner sie rufen kann und Antworten fordern oder Reaktionen. Die Detektivaugen, die sie aufgesetzt hat, machen sie unsichtbar. Die Menschen in der Fußgängerzone sich alle verloren haben, stellt sie neue Familien zusammen: den Kindern neue Eltern und Großeltern, aber manche Gestalten läßt das Mädchen auch ganz allein, die haben keine Familie mehr, befindet sie und schaut diese Leute dann ganz traurig an. Zu viel ist vage und ungerecht, zu viele sind allein, denkt das Mädchen und lehnt sich gegen die Eisenstatue einer Frau. Die Statue würde erst bei plötzlichem Verschwinden bemerkt werden, so ist das oft, denkt das Mädchen, und: gut, daß mir nichts fehlt. Nur ein Name. Aber nicht, daß dann etwas anderes fehlt, wenn der Name erstmal da ist.



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