Archiv, Oktober 2008
* Die verborgene Spur – Jüdische Wege durch die Moderne
Am 22. Oktober 2008 von daremag | Bildende Kunst
Text: Julia Eckhardt
Metropolen, Szeneviertel, Intersections… der Thesaurus der Gegenwartskunst formt mit seinem Wortschatz das Bild von Grenzgang, städtischer Raumerschließung und Themenfelderweiterung. Unsere Städte werden „beseelt“, individualisiert, vernetzt durch ein künstlerisches Netzwerk, dessen Aktivität allerdings in weitaus geringerem Maße im Untergrund verläuft als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war.
* On our own #1
Am 14. Oktober 2008 von Olaf Bargheer | Kolumnen
Dass auch in anderen Städten einiges gewagt und – in diesem Fall dem urbanen Raum – gegeben wird, zeigt DARE Basel. Die DARE Hamburg Redaktion bleibt ausgeglichen und sagt ganz klar: Wer als User auf der ‘ch’ statt der ‘de’ Seite landet, hat unser vollstes Wohlwollen. Denn was die Schweizer Kollegen an Street Art auf die Wand, aufs T-Shirt und auf ihren alten VW Samba bringen, ist ganz nach unserem Gusto.
* Wir nennen es Hamburg
Am 13. Oktober 2008 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst
Hamburg boomt, findet das Stadtmarketing. Hamburg sucks, finden viele Künstler.
Zwei Sätze, die zu Beginn des Festival-Programmheftes stehen und wohl auch den Ausgangspunkt der Kooperation zwischen dem Hamburger Kunstverein und Kampnagel markieren. Beide haben ‘Gespräche geführt, zugehört, gestritten’ und am vergangenen Wochenende das Festival ‘Wir nennen es Hamburg’ gestartet. Eine Bildstrecke vom Eröffnungsabend auf Kampnagel. Mit Aufnahmen vom Schwabinggrad Ballett und FSK.
* Kunst als Joker – Interview mit Wolfgang Ullrich
Am 7. Oktober 2008 von Isa Maschewski | Ausgaben, Bildende Kunst
(erschienen in der DARE Magazin Ausgabe “Hype” Mai 2008)
Prof. Dr. Wolfgang Ullrich ist Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. In seinen Schriften befasst er sich mit der Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, mit bildsoziologischen Fragen sowie Wohlstandsphänomenen. Das Interview findet sich abgedruckt in der DARE Magazin Ausgabe ‘Hype’.
* Was fehlt
Am 7. Oktober 2008 von daremag | Literatur
Text: Anne Köhler
Alles was fehlt
Sie würde sich Mädchen nennen, aber Kinder sagen „die Frau“ zu ihr. Agatha malt zwei Punkte. Sie verbindet die beiden Punkte mit einem Strich. Ist doch ganz einfach, denkt sie. Wortfindung_ Sie ist in der Stadt unterwegs ohne Namen, damit keiner sie rufen kann und Antworten fordern oder Reaktionen. Die Detektivaugen, die sie aufgesetzt hat, machen sie unsichtbar. Die Menschen in der Fußgängerzone sich alle verloren haben, stellt sie neue Familien zusammen: den Kindern neue Eltern und Großeltern, aber manche Gestalten läßt das Mädchen auch ganz allein, die haben keine Familie mehr, befindet sie und schaut diese Leute dann ganz traurig an. Zu viel ist vage und ungerecht, zu viele sind allein, denkt das Mädchen und lehnt sich gegen die Eisenstatue einer Frau. Die Statue würde erst bei plötzlichem Verschwinden bemerkt werden, so ist das oft, denkt das Mädchen, und: gut, daß mir nichts fehlt. Nur ein Name. Aber nicht, daß dann etwas anderes fehlt, wenn der Name erstmal da ist.
* Mit dem Kanon auf Spatzen schiessen
Am 7. Oktober 2008 von daremag | Literatur
Text: Christopher Worm
Jo Strobo!
Mann, Mann, Mann, ‘nen schlechteren Start für mein neues Leben hätte sich das Schicksal kaum erdenken können. Bin zwar endlich den Wirren der Großstadt entkommen, aber die von mir so dringend erhoffte Ruhe kann ich auch hier nicht finden. Von meinem Unfall beim Wüstenrennen immer noch nicht genesen, bin ich nach wie vor an meinen klapprigen Einachser gebunden und kann mich nur sehr mühselig fortbewegen. Ablenkung hab ich kaum! Meine Zwanghaftigkeit zur Systematisierung dürfte dir ja noch aus unserer gemeinsamen Studienzeit in Erinnerung sein. So habe ich vor meinem Umzug meine gesamte Einrichtung alphabetisch sortiert und aus Solidarität eines im Alphabetsehrweit- hintenstehenden bislang nur die Buchstaben V-Z mitnehmen können. Sehr ertraglose Buchstaben, wenn man meine Situation in Betracht zieht: Ein Haufen Wörterbücher und so nutzlose Dinge wie die Zitruspresse, zwar wäre da noch mein alter Videorecorder und ein paar dazugehörige (VH-S) Kassetten, aber ohne Fernseher…
* Ein Künstler beantwortet nichts. Aber er hat vielleicht dieselbe Fragestellung wie ich
Am 2. Oktober 2008 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst
Im September startete eine Ausstellung des britischen Street-Art Künstlers Boxi die ‘Reinkingprojekte’. Der Hamburger Sammler und Kurator Rik Reinking plant eine lang angelegte Ausstellungsreihe in neuen Räumlichkeiten. Ein Gespräch.
* Die Präsentation einer Sammlung ist immer eine Visitenkarte
Am 2. Oktober 2008 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst
Im September startete eine Ausstellung des britischen Street-Art Künstlers Boxi die ‘Reinkingprojekte’. Der Hamburger Sammler und Kurator Rik Reinking plant eine lang angelegte Ausstellungsreihe in neuen Räumlichkeiten. Ein Gespräch mit den Jungen Freunden der Kunsthalle.
Rik Reinking zu treffen ist ganz leicht. Und man würde eine Reportage nicht mit so einem schlappen Satz beginnen, wenn nicht in allen anderen Reportagen stünde, Rik Reinking zu treffen sei ausgesprochen kompliziert.
Wir treffen uns nicht auf einer Auktion in Shanghai oder in den Staaten oder bei Tilt’s Fetish Bubble Girls in Toulouse. Rik ist diesen Herbst viel in Hamburg, die Ausstellungsräume in der Sillemstrasse sind fertig, sein Hund kommt zur Ruhe, er selber wohl auch ein wenig. Er habe gelernt, Türen auch zu schließen, nicht immer neue aufstoßen zu müssen. Im Hof geht ein dünner Regen runter, Riks Vermieter steht irgendwann im Verlauf unseres Gesprächs unvermittelt am Tor, im Blaumann, und lässt eine kleinformatige Boxi-Arbeit für seine Tochter reservieren. Ich frage nicht nach, ob hier in Naturalien gehandelt wird. Rik und ich haben beide die Tendenz, in unseren Sesseln immer tiefer zu rutschen, so dass bald von ’sitzen’ keine Rede mehr sein kann, eher von ‘lümmeln’. Und dass wir an einem leicht verregneten Eimsbütteler Herbstabend in seinen Sesseln herumlümmeln kam so…
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