Archiv, Oktober 2008

* Mit dem Kanon auf Spatzen schiessen

Am 7. Oktober 2008 von daremag | Literatur


Text: Christopher Worm

Jo Strobo!

Mann, Mann, Mann, ‘nen schlechteren Start für mein neues Leben hätte sich das Schicksal kaum erdenken können. Bin zwar endlich den Wirren der Großstadt entkommen, aber die von mir so dringend erhoffte Ruhe kann ich auch hier nicht finden. Von meinem Unfall beim Wüstenrennen immer noch nicht genesen, bin ich nach wie vor an meinen klapprigen Einachser gebunden und kann mich nur sehr mühselig fortbewegen. Ablenkung hab ich kaum! Meine Zwanghaftigkeit zur Systematisierung dürfte dir ja noch aus unserer gemeinsamen Studienzeit in Erinnerung sein. So habe ich vor meinem Umzug meine gesamte Einrichtung alphabetisch sortiert und aus Solidarität eines im Alphabetsehrweit- hintenstehenden bislang nur die Buchstaben V-Z mitnehmen können. Sehr ertraglose Buchstaben, wenn man meine Situation in Betracht zieht: Ein Haufen Wörterbücher und so nutzlose Dinge wie die Zitruspresse, zwar wäre da noch mein alter Videorecorder und ein paar dazugehörige (VH-S) Kassetten, aber ohne Fernseher…

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* Ein Künstler beantwortet nichts. Aber er hat vielleicht dieselbe Fragestellung wie ich

Am 2. Oktober 2008 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst


Im September startete eine Ausstellung des britischen Street-Art Künstlers Boxi die ‘Reinkingprojekte’. Der Hamburger Sammler und Kurator Rik Reinking plant eine lang angelegte Ausstellungsreihe in neuen Räumlichkeiten. Ein Gespräch.



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* Die Präsentation einer Sammlung ist immer eine Visitenkarte

Am 2. Oktober 2008 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst


Im September startete eine Ausstellung des britischen Street-Art Künstlers Boxi die ‘Reinkingprojekte’. Der Hamburger Sammler und Kurator Rik Reinking plant eine lang angelegte Ausstellungsreihe in neuen Räumlichkeiten. Ein Gespräch mit den Jungen Freunden der Kunsthalle.

Rik Reinking zu treffen ist ganz leicht. Und man würde eine Reportage nicht mit so einem schlappen Satz beginnen, wenn nicht in allen anderen Reportagen stünde, Rik Reinking zu treffen sei ausgesprochen kompliziert.



Wir treffen uns nicht auf einer Auktion in Shanghai oder in den Staaten oder bei Tilt’s Fetish Bubble Girls in Toulouse. Rik ist diesen Herbst viel in Hamburg, die Ausstellungsräume in der Sillemstrasse sind fertig, sein Hund kommt zur Ruhe, er selber wohl auch ein wenig. Er habe gelernt, Türen auch zu schließen, nicht immer neue aufstoßen zu müssen. Im Hof geht ein dünner Regen runter, Riks Vermieter steht irgendwann im Verlauf unseres Gesprächs unvermittelt am Tor, im Blaumann, und lässt eine kleinformatige Boxi-Arbeit für seine Tochter reservieren. Ich frage nicht nach, ob hier in Naturalien gehandelt wird. Rik und ich haben beide die Tendenz, in unseren Sesseln immer tiefer zu rutschen, so dass bald von ’sitzen’ keine Rede mehr sein kann, eher von ‘lümmeln’. Und dass wir an einem leicht verregneten Eimsbütteler Herbstabend in seinen Sesseln herumlümmeln kam so…

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