In mokis surrealen Welten
Text: Kim Kirchhoff
Früher wurden ihre Bilder als „zu sauber“ oder „zu glatt“ kritisiert. Doch macht Sauberkeit einen Teil der Faszination aus, die man vor mokis Bildern spürt: Die glatten Acryloberflächen täuschen, sie führen den Betrachter in die Irre: hier ist nichts wie es scheint. Die naturgetreue, mit feinsten Pinselstrichen dargestellte Eule hat auf den zweiten Blick gar keinen Schnabel sondern einen leicht verkniffenen Mund; der Vogel haust in einer Sofakissen- höhle, doch eine verrutschte Decke gibt den Blick frei auf alte knorrige Baumrinde.

Oft ist der Betrachter Zeuge einer Verwandlung, die Subjekte sind im Werden begriffen – oder schwinden sie dahin? Diese Ambivalenz spricht die ganz eigene Wahrnehmung an, hier muss sich jeder seinen Teil selbst denken. Zwar träumen zwei Menschen nie denselben Traum aber das „nicht-von dieser-Welt-Gefühl“, das man oft nach dem Aufwachen spürt, befällt einen sofort beim Betrachten von mokis Kunst. Auffällig sind die stark wechselnden Formate, aber man fühlt eine gewisse Zwangsläufigkeit, jedes Ding hat seine eigene Größe, das muss so sein und gehört auch so.
Den Titel hat die Künstlerin sich als Phantasiewort ausgedacht: “mume“. Erst später hat sie herausgefunden, dass es ein altes Wort für Tante oder auch Cousine ist. Wie in ihrer Kunst entspringt etwas der Phantasie und wandelt sich im neuen Kontext, seien es nun Worte oder Traumlandschaften, zu einer gelungenen Mischung aus Vertrautem und Unbekanntem.
Die Ausstellung “mume“ läuft noch bis zum 30. Januar 2009 bei heliumcowboy artspace.






