Magazin Release “richtiger als falsch*”

MAGAZIN RELEASE richtiger als falsch*
FREITAG 17.4.2009 | GALRIE CONRADI | SCHOPENSTEHL 20 | 20095 HAMBURG
20 UHR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG | 22 UHR TOBIAS SCHMID & STANLEY IPKISS
DARE GRUPPENAUSSTELLUNG richtiger als falsch*
SAMSTAG 18.4.2009 14 – 18 UHR | SONNTAG 19.04.2009 14 – 18 UHR
CHRIS LARSON | BERRNHARD BRUNGS | VOLKER HUELLER | JENNIFER BENNETT | PHILIP GAISSER
THOMAS MARKUS SCHUHMANN | NEVAN LAHART | ANNIKA KAHRS | MICHAEL HEERING | DANIELA
VON HÖRSCHELMANN | HANK SCHMIDT IN DER BEEK | TIM KAISER | TILLMANN TERBUYKEN
KATHARINA TRUDZINSKI | ANTONIO SANTIN | WILLEM JULIUS MÜLLER


13. April 2009, 13:22 Uhr
Echt cooler Schmöker. Das hat echt das Zeug, das neue Kultmagazin der Hamburger Off-Szene inklusive der On-Szene respektive der Standby-Szene zu werden.
Ich bin Fan! Weiter so, Leute!
13. April 2009, 15:21 Uhr
Offener Brief an die Kunstwelt
Liebe DARE-Leserinnen, liebe DARE-Leser,
ich kann wirklich nicht verstehen, wieso individuelle Kunstliebhaber wie ich hier mit Füßen getreten werden.
Ich lebe nicht im Dunstkreis der DARE-Redaktion Hamburg, will mich aber wenigstens elektronisch für so ein großartiges Projekt wie DARE einsetzen und nun werden meine Inserate nicht einmal veröffentlicht.
Der Personenkreis um Bargheer und di Brito bekommt hier dagegen unbegrenzte Sprechzeit frei Haus eingeräumt.
An das Magazin, seine Qualität und seine Zukunft denkt dabei natürlich überhaupt keiner, wie symptomatisch für die heutige Welt:
Immer nur Hauptsache Ich.
O tempores, o mores!
Wenn das die Art ist, mit DARE-Liebhaber und Kunstkennern umzugehen, die gerne auch einmal eine Gastkolumne schreiben würden, dann aber Gute-Nacht-Marie.
Ich dachte bisher, es handele sich um ein aufstrebendes, weltoffenes Magazin, ohne Resentiments, Hemmschwellen oder Bürokratie, aber nun sehe ich mich doch stark enttäuscht.
Anscheinend hat sich da innerhalb der Chefredaktion eine Kultur des Egozentrischen verbreitet, bestimmt, keine Dritten im Kreise der Gastrezensenten, Kommentatoren und Kolumnisten aufzunehmen.
Schade, schade für den Gehalt und den Fortbestand des Magazins.
Man wird einfach pauschal abgeurteilt und auf das Abstellgleis geschoben, wie ein alter Waggon, für den keine Verwendung mehr besteht.
Schade!
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Ihr Carsten Arpfel
13. April 2009, 20:08 Uhr
yeah…
14. April 2009, 8:53 Uhr
Anmerkung der Redaktion: Kommentare werden nicht automatisch freigegeben. Die Blog-Betreiber werden, wie das bei Wordpress üblich ist, vorab per Mail über einen neuen Kommentar informiert. Man mag es uns nachsehen, dass wir über Ostern auch mal auf dem Land und offline sind und die Kommentare des geschätzten – wenngleich unbekannten – Lesers Carsten Arpfel erst am Folgetag freischalten konnten…
14. April 2009, 10:23 Uhr
In DARE ist das Feld urbanes Leben stark unterrepräsentiert. Urbanes Leben als integrativer Bestandteil unserer Gesellschaft wird maßgeblich durch Politik und Wirtschaft bestimmt. Aktuelle Themen wie die Weltwirtschaftskrise, der G20-Gipfel und das Phänomen Obama werden im DARE Blog vollkommen ausgeblendet. Das Ressort Kunst mag mit Herrn Bargheer hervorragend besetzt sein, doch andere Akzentuierungen hinsichtlich der Kernbereiche des täglichen Lebens führen in seinem Schatten ein Nischendasein. Es braucht eine neue frische politisch-ökonomische Rubrik mit Weitsicht, um das Profil der DARE abzurunden. Eine Kolumnenrubrik im Online-Blog würde sicher auf rasche Resonanz stoßen und neue Leserschichten gewinnen, die sich bisher durch die Monostrukturierung nicht angesprochen fühlten.
15. April 2009, 10:30 Uhr
Die Kernbereiche des Lebens, werter Carsten Arpfel, sehen wir in der Tat nicht unbedingt in der Kunst, eher in den Irrungen und Wirrungen der Liebe, den Kindern, die um unsere Beine streichen und, ja, auch in der Frage, wie man für all das seinen Kühlschrank füllt. Dennoch: selbst vor diesem Hintergrund würden wir uns nicht journalistisch in die Fallstricke von globalisierten Wirtschaftskreisläufen verheddern wollen. Diese Kompetenz lassen wir getrost den Ressorts Politik und Wirtschaft. Schuster bleib bei deinen Leisten: DARE ist ein Kunstmagazin, und deshalb schreiben wir über Kunst und angrenzende kulturelle Themen. Sie werden doch auch nicht ernsthaft der Horse & Hound nahelegen wollen, über den Verbleib der vielen Woolworth Mitarbeiter oder die Effizienz der Personalunion von Felix Maggath als Trainer und Manager des VFL Wolfsburg zu berichten. Unter dem vorgeschlagenen Thema “urbanes Leben” versteht DARE daher weiter Street Art und Creative Industries, nicht Street Riots und Schwerindustrie. Ihre DARE Redaktion: Isa Maschewski, Katrin Diederichs, Olaf Bargheer
15. April 2009, 11:39 Uhr
Besten Dank, Herr Bargheer, für Ihre präzisen Ausführungen.
Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass Sie neben Ihrer Redaktionstätigkeit noch hierfür Zeit finden, dessen bin ich mir wohl bewusst, daher an dieser Stelle mein ausdrücklicher Dank.
Gerade in diesem Lichte wird es in der Chefredaktion sicher nicht negativ zu rezipieren sein, wenn sich in der erweiterten Leserschaft einige mündige Personen finden, die sich im DARE Internetportal zu mehr als den üblichen flachen Anglizismen manch anderer Leser im Stande sehen und ihren Beitrag zu einer gesteigerten Popularität und Beitragsdiversität leisten wollen, um das Projekt DARE, aus Sympathie und Leidenschaft für ein solch großartiges Vorhaben junger ehrgeiziger Menschen, trotz geographischer Distanz durch Denkanstöße mit Blick auf ein stabileres, breiteres Fundament des Blogs, sowie der Printausgabe zu unterstützen.
Herzlichen Dank für Ihre Zeit.
C. Arpfel
15. April 2009, 19:25 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure,
liebe freischaffende Künstler,
liebe DARE-Freunde,
ich möchte meine Ausführungen nachfolgend kurz ergänzen. DARE ist natürlich kein Magazin, für das die brisante politische Thematik eine Rolle spielt, oder wie Herr Bargheer richtig anführte, “Schwerindustrie” und “Straßenkämpfe”.
Ich habe vielmehr darauf abgehoben, dass DARE die Intersektionen von politisch- wirtschaftlichen Aspekten, also Themen, die die Menschen da draußen zugleich stark interessieren wie tangieren, mit den Kerngebieten von DARE zu suchen und intellektuell zu erfassen.
DARE ist kein Magazin für Tagespolitik, ganz richtig. Das wäre eine Abkehr von all unseren Werten, all unseren Tugenden und im selben Atemzug so, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen. DARE muss zeitlos bleiben, nur dann bleibt es das Magazin, das wir alle so schätzen. Selbstverständlich. Zeitlos bedeutet aber nicht weltfremd oder gar ohne Bodenhaftung. DARE muss die Menschen abholen, wo sie sich tagtäglich befinden, muss sie hinführen, ja mitnehmen auf die verschlungenen künstlerischen Pfade, die wir alle beschreiten oder nachvollziehen möchten. Auch nach einem Arbeitstag voll Stress und Aufregung muss DARE noch schmackhaft sein.
Lassen Sie mich ein Beispiel geben. Ich habe, um im Ornitologenbild zu bleiben, den Text über die “Unruhe der Buchfinken” nach der Arbeit abends im Bett gelesen und empfand ihn als ein Prachtstück journalistischer Arbeit: Verständlich, prägnant, anregend, nicht zu abgehoben, perfekt. So muss das sein, um Leute anzusprechen und sie zu begeistern, nicht wie in einigen anderen Beiträgen, die leider eher an Pflichtlektüre aus dem Schulunterricht erinnern.
An diesem Punkt habe ich in meiner Argumentation angesetzt und sage: Wenn man sich zeitlosen, aber nahrhaften Themen, wie dem Klimawandel oder der Ausstrahlung eines Menschen wie Obama richtig nähert und es verbindet mit der fotografischen Klasse vom Schlage eines Herrn Bargheer, dann ist das keine Abkehr vom System DARE, sondern vielmehr eine konsequente Beschreitung dieses einzigartigen Weges.
Aktuell böte sich beispielsweise eine Gastkolumne zum Thema Regierungsbunker oder dem bald öffnenden Kanzlerbungalow Bonn an, der eng mit dem Stichwort klassische Moderne verwoben ist. Alles Themen, die das Hier und Jetzt mit einem Quäntchen Vergangenheitsbewusstsein, Ästhetik, Architektur, Attraktion, Ausstrahlung, Magie und dem Blick in unser aller Zukunft verbinden.
Dabei geht es nicht um Rezitieren von Materialien (das kann die Tagespresse bewerkstelligen), sondern um ein beschreibendes, erläuterndes Greifbarmachen solcher Phänomene und faszinierender Motive mit Strahlkraft und Langzeitwirkung. Man führt dem Leser neue Facetten eines Tatbestandes, eines Artefakts oder einer politischen Stätte vor Augen, beleuchtet sie, macht sie so einzigartig greifbar und verrät doch gleichzeitig nicht die Wurzeln, die uns alle an DARE Gefallen finden lassen.
Ihr C. Arpfel
17. April 2009, 21:44 Uhr
Hallo,
jede Initiative, die die Künstler stärkt ist erstmal gut. Es ist ja so, daß heutezutage aus Belanglosigkeit und postmoderne Langeweile, wir uns Künstler us ja eher gegeneinander ausspielen, weil der Futterneid am Ende, den anderen als Konkurrenten betrachten läßt, ganz unabhängig von den Inhalten, die natürlich entweder akademisch ausgetragen werden oder von Markt honoriert werden.