Archiv der Rubrik ‘Bildende Kunst’
* MS Dockville Call for Entries 2012
Am 30. November 2011 von DARE Redaktion | Bildende Kunst
“Das MS DOCKVILLE für Kunst und Musik ist ein Kategorienfehler: es ist kategorisch verwirrt, hat irritierte Kategorien und führt durch verirrte Kategorien irre.” Wer davon nicht verschreckt ist und ähnlich operiert, wird sich von der Ausschreibung der Dockville Festivalmacher angesprochen fühlen. Künstler und Künstlerinnen aller Disziplinen sind eingeladen, bis zum 7. Februar 2012 Projektvorschläge zum 2012er Schwerpunktthema “Entweder. Oder.” einzureichen. Das Kunstcamp startet 2012 am 26. Juli. Das Musikfestival am Wochenende 10. / 11. / 12. August. Tim Kaiser, auf den die DARE Website und das Cover unserer ersten Ausgabe zurückgeht, hat das ansehliche Plakat gestaltet und einen Call for Entries Trailer gedreht.
* Auf dem Weg zur dOCUMENTA 13
Am 29. November 2011 von DARE Redaktion | Bildende Kunst
Zwischen produktiver Skepsis und archäologischer Neugier: dOCUMENTA-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev trat in der Hamburger Hochschule für bildende Künste auf. Ihr parforceartiger Vortrag glich einer ebenso intellektuellen wie poetisch-sensiblen Selbstverortung. Ein Beitrag von Nicole Büsing und Heiko Klaas.
* kulturnews Award 2011
Am 10. November 2011 von DARE Redaktion | Bildende Kunst, Design & Architektur, Film, Literatur, Musik, Theater & Bühne
“Der kulturnews-Award ist der Preis von Deutschlands Fachpublikum für die besten Produktionen des Jahres. Befragt werden Meinungsmacher und Führungskräfte aus den Kulturbranchen Theater, Literatur, Musik, Film und Kunst nach ihren Kulturhighlights des Jahres 2011.” Keine Ahnung, wie genau die Meinungsmacher und Führungskräfte die Auswahl- und die Ausschlusskriterien für die kulturnews-Liste anlegen, konsensfähig ist das Line-up allemal.

* Medienmix Ersternovemberzweitausendelf
Am 1. November 2011 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst, Theater & Bühne
Wir vier DARE Redakteure wollen in dieser Rubrik in loser Zeitabfolge Link- und Leseempfehlungen aussprechen – zu den Ressorts, die wir verfolgen und zu den Themen, die uns verfolgen. Ich beginne mit ein paar Links hinüber zu namhaften Zeitschriften, die sich mit Ausstellungen befassen, die im DARE Dunstkreis angesiedelt sind.
* Zollamt Oberhafen
Am 11. Oktober 2011 von DARE Redaktion | Bildende Kunst
Ein halbes Jahr Ausstellungen im Exhibition Space Zollamt Oberhafen. Vis-à-vis der Hamburger Oberhafenkantine kuratiert Isa Maschewski seit April Einzel- und Gruppenausstellungen von Künstlern wie Thomas Markus Schumann, Dirk Meinzer oder Dennis Lösch. Bildstrecken der Ausstellungseröffnungen (mit sensationeller, von der Oberhafenkantine hausgemachter Bratwurst) finden sich auf flickr.
* Ein Vergnügen wider zwei Kulturen
Am 21. Juni 2011 von Benjamin Fellmann | Bildende Kunst
Dirk Meinzer stellt im Zollamt Oberhafen aus. Ein Welttheater, bedeutungsschwanger, ästhetisierend: Nicht Jan Fabre, nicht Beuys und kein Schamanismus. Und dennoch drängen sich im Visuellen Anspielungen auf, die richtungsweisende Bedeutungskontexte nicht vollkommen ausschließen: Dirk Meinzer arbeitet mit Materialien, die einer Ausstellungswert-betonten Ästhetik des White Cube in der zeitgenössischen Hochkultur des Galerie-Raumes entgegengesetzter zunächst nicht sein könnten: Seine Arbeiten, vielfach collagierte Ensembles, die sich zu Eindrücken von Masken finden, surreal bildhauerischen Landschaften aus der Bildebene in den Raum morphen und dabei stets den Blick auf die eigentümliche Schönheit ihrer Einzelteile zurückzulenken wissen, bestehen aus organischen Fragmenten, mit demgegenüber anorganischen bildkünstlerischen Mitteln zusammengefügt: Da findet sich ein Baby-Krokodil neben Pom-Pon-Puscheln, Spaghetti und Pommes kontrastieren Schmetterlingsflügel, Federn, Insektenflügel und selbst eine Kröte finden Verwendung.
* Mahler X – Die Sinfonie des Liebeskummers
Am 1. Juni 2011 von Frank Steinhofer | Bildende Kunst, Musik
Gustav Mahlers Lebensdrama gipfelt in seinem letzten Werk, der Zehnten. Als er an dieser Sinfonie arbeitete, machte er seine schwerste existentielle Krise durch. Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein spannender Roman. In den Hauptrollen: die Genies seiner Zeit. Eine Hommage zum hundertjährigen Tod des Komponisten.
* Didum Didum, Universum
Am 19. Mai 2011 von Katrin Diederichs | Bildende Kunst
Die Mystiker waren davon überzeugt, dass sich das Universum in einem einzigen Sandkorn widerspiegelt. Das würde bedeuten, dass sich der „Bauplan“ des Kosmos in verschiedenen kleineren Entitäten wiederholt. Sie nannten auch Schneckenhäuser, Blumenblätter oder Gesteinsformationen als Spiegel universaler Strukturen. Thomas Markus Schumann sieht in seiner gegenwärtigen Ausstellung im Zollamt-Oberhafen einen Schuh als Abbild der kosmologischen Unendlichkeit. Mit viel Wortwitz, einer Priese Selbstironie und perfekt abgestimmter Zufalls-Konzeption ist dem Hamburger Künstler eine Ausstellung gelungen, die althergebrachtes Schubladen-Denken über Bord wirft und am Spiel-Potential des Betrachters ansetzt.
* Aby Warburg und die Geburt der Pathosformel
Am 22. März 2011 von Katrin Diederichs | Bildende Kunst
Oder um noch mehr Verwirrung zu stiften: Aby Warburg hat vor gut einem Jahrhundert Dionysos gefunden. Mit der griechischen Gottheit verbindet man nicht nur Wein, Wahnsinn, Wollust – also einen undefinierten rauschhaften Sinnestaumel – sondern als “dionysisch” wird nicht zuletzt seit Nietzsche eine die Affekte und Leidenschaften ansprechende künstlerische Ausdrucksweise verstanden. Eine pathetische Ausdruckssteigerung also, die für Warburg den Kern antiker Kunst bildete und deren formalen Eigenschaften in der Renaissancekunst wieder aufgenommen wurden. Auf einem Hamburger Vortrag im Jahr 1905 entwickelte der Kunsthistoriker hierzu den Begriff der “Pathosformel”, der seitdem innerhalb der Kulturwissenschaften als Terminus technicus rege Verwendung findet.
* Two Persons – One Composition
Am 28. Februar 2011 von Katrin Diederichs | Bildende Kunst
Konzentriert und sehr konsequent – so könnte man auf den ersten Blick die “Jack Freak Pictures” des britischen Künstlerduos Gilbert & George (*1943/ 1942) beschreiben, die gegenwärtig in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen sind. Der Eindruck täuscht nicht – jede der rund 120 großformatigen Arbeiten weist mehr als deutlich auf das englische Nationalsymbol, den Union Jack, hin. „We see the Jack Freak as a person“, so das Künstlerpaar am vergangenen Freitag – kein Zufall also, dass die Exponate nicht nur die englischen Nationalfarben zum ästhetischen Thema erklären, sondern auch das fotografische Abbild der Künstler in unterschiedlichen Posen wiederholt wird.
* Stefan Panhans. Wann kommt eigentlich der Mond raus?
Am 27. Februar 2011 von DARE Redaktion | Bildende Kunst
Die Ausstellung “Stefan Panhans. Wann kommt eigentlich der Mond raus?” (6. März bis 3. Juli 2011) im Museum für Gegenwartskunst Siegen gibt einen umfassenden Überblick über Stefan Panhans aktuelle Arbeit der letzten fünf Jahre (geboren 1967, lebt in Hamburg und Berlin). In zehn Räumen des Museums werden sieben raumbezogene Videoinstallationen und 35 Fotografien zu sehen sein. Der Wechsel von filmischer und fotografischer Arbeit führt die parallelen, widerstreitenden und sich ergänzenden Bildstrategien vor Augen, die Panhans in Video und Fotografie verfolgt.
* Oswald, Meinhof und die morbide Schönheit des Diffusen
Am 17. Februar 2011 von Katrin Diederichs | Bildende Kunst
Zugegeben, die Räumlichkeiten des Bucerius Kunst Forums sind generell schwierig zu bespielen. Unter diffusem Licht schiebt sich der Besucher mit zahlreichen Wochenend-Touristen durch ein Oktogon, in dem sich beinahe zufälligerweise hinter jeder Ecke etwas Kunst offenbart. Doch mit der neuen Schau “Gerhard Richter. Bilder einer Epoche” ist Uwe M. Schneede trotz dieser Unannehmlichkeiten eine Ausstellung gelungen, die nachhaltig interessante Einsichten in eine der wichtigsten Schaffensphasen Gerhard Richters der 60er und 80er Jahre zeigt.
* Zeitgeist aus Papier – Independent Magazine Publishing
Am 4. November 2010 von DARE Redaktion | Bildende Kunst
Daniel Beskos, der haupt- oder nebenberuflich (eben das weiß man nie so genau bei den Patchwork-Kreativberufszweigen) den mairisch Verlag betreibt, schreibt für ZEIT Online über den Strukturwandel der Medien, der großen Verlagen arg zu schaffen macht, an anderer Stelle aber eine Fülle von Magazinneuerscheinungen im Eigenvertrieb hervorbringt: “Dieser reichhaltige Anblick (in Stores wie dem Berliner “do you read me”) verwundert – klagen die Magazinverlage doch lautstark über sinkende Einnahmen, und nicht nur in hämischen Blogbeiträgen wird das Ende des Printjournalismus besungen. Aber noch ist dieser sehr wohl am Leben und sucht sich neue Wege und Nischen – viele neue Magazine sind in den letzten Jahren entstanden, oftmals subkulturell und konzernunabhängig.” Liest jemand tatsächlich die einzelnen Beiträge der oft textlastigen Magazine “oder werden diese Magazine eigentlich vor allem aus Stilgründen gekauft, als schöne Objekte, die man sich dekorativ und vor allem sichtbar auf den Coffee Table legt?” Weiterlesen auf ZEIT Online.

* Updates des Betriebssystems
Am 24. Oktober 2010 von DARE Redaktion | Ausgaben, Bildende Kunst
Sabine Maria Schmidt über den österreichischen Künstler Gerwald Rockenschaub in DARE “Multitasking Overflow”
Gerwald Rockenschaub trat Mitte der 80er Jahre mit seiner Malerei im Kontext der Neo Geo – Tendenzen in der internationalen Kunstszene hervor. Bereits seine frühen kleinen Ölbilder auf Leinwand zeigten rudimentärste Formen, die eher an Piktogramme erinnerten und sich nicht aus gegenständlicher Abstraktion herleiteten. Bald entstanden Arbeiten wie die durchsichtigen Acrylglasplatten an der Wand (Galerie Paul Maenz, Köln, 1989), die mit einer anderen Logik zu arbeiten begannen. Nicht mehr das Kunstobjekt stand im Mittelpunkt des Blicks, sondern der architektonische und räumliche Kontext, aus dem es hervorging. Nachdem das Bild als Instrument erprobt worden war, das den Blick auf den Ort lenkte, begann Rockenschaub erneut sein Spielfeld zu erweitern und bezog den gesamten Ausstellungsraum als Bildraum mit ein. Parallel hierzu entstanden dreidimensionale aufblasbare Objekte, die auf der einen Seite transparent und unsichtbar waren und auf der anderen Seite in ihrer Positionierung irritierten, störten oder gar blockierten.
* Neuordnung – Felix Kiessling
Am 20. Oktober 2010 von DARE Redaktion | Ausgaben, Bildende Kunst
Ein Auszug aus Katrin Diederichs Interview mit Felix Kiessling für DARE “Mutitasking Overflow”
Erhabenes trifft auf Banales, Chaos auf Ordnung, Licht gegen Schatten: Felix Kiesslings Ausstellung “Neuordnung”, die im Sommer in der Levy Galerie Berlin gezeigt wurde, scheint als eine ausgewogene Choreographie der Gegensätzlichkeiten zu funktionieren. Dabei werden mit sinnlichen Klangspähren und minimalistischer Konsequenz die Grenzbereiche der menschlichen Wahrnehmung in das Blickfeld des Betrachters gerückt. Bei der Installation “Stop” wird mithilfe eines Sprengzünders in einer Paraffin-Lösung der Moment einer Explosion angehalten und somit der flüchtige Augenblick des Strukturwandels einer Materie fortdauernd sichtbar. Im ganzräumig inszenierten Arrangement “Planet” wird eine Beobachtungssituation erzeugt, die auf urtümliche Auffassungsmuster der visuellen Größenwahrnehmung zielt. Durch die Fokussierung des Blicks auf eine kleine Betonkugel im abgedunkelten Raum erscheint die Materie in riesenhafter Vergrößerung und ermöglicht in ihrer raumgreifenden Abstraktion beim Betrachter die Apperzeption von neu wahrgenommenen Teilaspekten der Wirklichkeit. Kiesslings Arbeiten geben somit Ein-Sichten, die weniger am Sinngehalt, sondern an der Sinneserfahrung ansetzen.


















