Archiv der Rubrik ‘Kolumnen’
* Puma Viral
Am 10. März 2010 von daremag | Kolumnen
Auch wenn man die Mechanismen des below-the-line gleichermaßen gut kennt wie nicht leiden kann – dem Charme dieser Puma Virals kann man sich kaum entziehen. Ein Chor – natürlich gecasteter – Ultras intoniert auf herzzerreißende Weise Songs, die nicht wirklich mit dem aggressiven Erscheinungsbild der Fußballfans korrespondieren wollen: “Truly Madly Deeply” (Puma Chor UK) und “Ti amo” (Puma Chor Italien). Beim Empfehlen der beiden Filmchen sind wir uns des Zwiespaltes bewusst: denn natürlich sorgen wir durch diesen Blogpost für Click-Raten auf die YouTube Filme und agieren so gesehen als verlängerter, willfähriger Arm der Puma PR. Soll jeder Leser dieses Artikels selber entscheiden:
* Auf den Trittbrettern des Gängeviertels
Am 9. März 2010 von Olaf Bargheer | Kolumnen
Irgend etwas ist wohl wieder schief gelaufen im Staate Hamburg: PR-stark angekündigt, haben eine Reihe lokaler Musiker auf Initiative des Label-Betreibers und Konzert-Veranstalters Siebeth Darm einen Tribute-Song mit dem Titel “Komm in die Gänge” eingespielt. Sowas funktioniert prächtig bei Live-Aid und Haiti, warum also nicht auch für das Hamburger Gängeviertel. Dumm nur, dass die dort engagierten Künstler nichts davon wussten und auch gar nicht wissen wollen. Die Spenden- und Eintrittsgelder der “Gänge Allstars” jedenfalls gehen nicht an die Initiative im Gängeviertel, sondern – immerhin – an Viva con Aqua. In den Web-Foren ist nun ein Streit um Deutungshoheit, Markenverwendung und Authentizität entbrannt, der viel aussagt über die Vermarktungsmechanismen und die undeutlichen Abgrenzungen von alternativen / off / underground / NGO Initiativen. Für Leser, die den Public Relation Flächenbrand nicht in der Facebook-Gruppe des Gängeviertels mitverfolgen, hier eine Compilation.
* Luk Perceval Videodiary
Am 23. Februar 2010 von daremag | Kolumnen
Der Theaterregisseur Luk Perceval, zur Zeit am Hamburger Thalia Theater, muss eine etwas wehmütig-melancholische Einstellung zu seinen Wintertagen 2009/2010 haben. Daher hat er sich mit einer kompakten Videokamera bewappnet auf die vielen kleinen und großen Reisen begeben, die man als Regisseur so unternimmt. Die mit Klaviermusik hinterlegten Momentaufnahmen stellt er wochenweise bei Vimeo online. Funktioniert unbedingt als künstlerische Videoarbeit – oder einzeln, als Stills. “Imagens bonitas permitindo a contemplação com calma.” wie eine des Portugiesischen mächtige Kommentatorin auf der Facebook-Seite des Thalia Theaters schrieb.
* Call for Participation – Mein Thalia – Wir wären gern 2.0
Am 10. Februar 2010 von Olaf Bargheer | Kolumnen
Das Thalia Theater zieht 2010 tatsächlich eine Sache durch, die nach allgemeiner Erfahrung nur in Ansätzen und Worthülsen steckenbleiben kann: Das im vorigen Sommer nach Hamburg gekommene neue Team will das “Theater zur Stadt hin öffnen”, mit dem “Theater in die Stadt hinein wirken” – als diskursivfreudige Institution, die nicht davor zurückschreckt, einen Prozess anzustoßen, dessen Entwicklung und Ergebnis niemand so recht einzuschätzen in der Lage ist. Immerhin: sukzessives Scheitern und verschwurbelte, partikulare Belanglosigkeiten sind bei Open Source Bewegungen ebenso wahrscheinlich wie das anvisierte Freisetzen von Kreativität.
* Ohne uns! Manifest in der Zeit
Am 5. November 2009 von daremag | Kolumnen
Update des DARE Blog Artikel Rückzugsgefechte der Kreativen Klasse: “Die Zeit” druckt in der Ausgabe vom 04.11.2009 das Manifest “Not In Our Name, Marke Hamburg” auf der Startseite des Feuilleton Ressorts.
Update Pressestimmen weiterlesen »
* In Memoriam Claude Lévi-Strauss 1908-2009
Am 3. November 2009 von daremag | Kolumnen
* Not In Our Name, Marke Hamburg – Rückzugsgefechte der Kreativen Klasse
Am 30. Oktober 2009 von Olaf Bargheer | Kolumnen
Ein Zwischenruf, mit Verständnis für die in der Grauzone tätigen
Dieses wird ein ungeordneter, ruppiger Text. Er entsteht unter dem direkten Einfluss eines Pressegespräches, das am Vormittag des 29.10.2009 in einem der verwahrlosten Gebäude des besetzten Hamburger Gängeviertels stattfand. Dort hatte sich, mit dicken Jacken bewaffnet, eine breite Riege “ungewaschener” (dazu später) Hamburger Kulturprotagonisten zusammengesetzt, um ziemlich deutlich zu machen, dass sie überhaupt keinen Bock mehr darauf haben, als Aushängeschild der vermeintlichen “Kreativstadt” benutzt zu werden.
Foto: “Not In Our Name, Marke Hamburg” Pressegespräch. Am Tisch von links nach rechts Christoph Twickel (Journalist), Peter Lohmeyer (Schauspieler), Ted Gaier (Die Goldenen Zitronen), Melissa Logan (Chicks on Speed), Tino Hanekamp (Uebel&Gefährlich), Rocko Schamoni (Autor, Musiker, Golden Pudel Club)
* Herbstredaktion
Am 18. September 2009 von Olaf Bargheer | Kolumnen
Einen blauen Sommer lang war es verdächtig still um die DARE Onlineredaktion. Was nicht heisst, dass die DARE Macher untätig im Central Park herumgelümmelt hätten. Schwerpukte und Themen für die Herbstausgabe des Magazins wurden sorgfältig entwickelt, die Schräubchen der Vertriebsstruktur feinjustiert, neue Autoren in die Heftplanung eingebunden. Wir hatten aber auch weiss Gott anderes um die Ohren. Benjamin Fellmann kuratierte parallel zur Biennale in Istanbul seine erste grosse Ausstellung Without Hintersinn mit Arbeiten von Serkan Özkaya, Mircea Suciu und Dumitru Gorzo, den wir parallel im neuen Magazin vorstellen. Isa Maschewski laborierte wochenlang an einem erkrankten Rücken und zog sich zur Klausur und zum Auskurieren in die Harburger Berge und auf eine Nordseeinsel zurück. Olaf Bargheer hatte gefühlte fünf Aufgabenbereiche beim subvision Festival und achtete neben seiner Kommunikationsleitung darauf, dass die Main Stage und das Programm bei Berndt Jaspers Baltic Raw Tower rockte. Was auch die eine und andere Schnittmenge mit DARE ergab. Die schauerliche Regennacht mit Tobias Schmids letztlich abgebrochenem DJ Set bei subvision brachte uns zum allzu nahe liegenden Beschluss, indoor Auflegen ist erfahrungsgemäss besser, also ist Tobi gemeinsam mit Stanley Ipkiss und Marino Berardi bei der nächsten DARE Release Party wieder an den Plattentellern der Galerie Conradi zu finden. Die findet – save the date – am Samstag 24.10.2009 statt, als Finissage der zweiwöchigen DARE Gruppenausstellung, die am Freitag 09.10.2009 öffnet. Künstlerliste von Magazin und Ausstellung to be announced soon…
* In Memoriam Peter Zadek 1926-2009
Am 30. Juli 2009 von daremag | Kolumnen
* Magazin Release “richtiger als falsch*”
Am 4. April 2009 von daremag | Kolumnen

MAGAZIN RELEASE richtiger als falsch*
FREITAG 17.4.2009 | GALRIE CONRADI | SCHOPENSTEHL 20 | 20095 HAMBURG
20 UHR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG | 22 UHR TOBIAS SCHMID & STANLEY IPKISS
DARE GRUPPENAUSSTELLUNG richtiger als falsch*
SAMSTAG 18.4.2009 14 – 18 UHR | SONNTAG 19.04.2009 14 – 18 UHR
CHRIS LARSON | BERRNHARD BRUNGS | VOLKER HUELLER | JENNIFER BENNETT | PHILIP GAISSER
THOMAS MARKUS SCHUHMANN | NEVAN LAHART | ANNIKA KAHRS | MICHAEL HEERING | DANIELA
VON HÖRSCHELMANN | HANK SCHMIDT IN DER BEEK | TIM KAISER | TILLMANN TERBUYKEN
KATHARINA TRUDZINSKI | ANTONIO SANTIN | WILLEM JULIUS MÜLLER

* Magazin Produktion “richtiger als falsch*” bei Zenner Druck
Am 27. März 2009 von daremag | Kolumnen
* Magazin Cover “richtiger als falsch*”
Am 26. März 2009 von daremag | Kolumnen
* Wider die falsch verstandene Zurückgenommenheit der digitalen Kunst
Am 23. Februar 2009 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst, Kolumnen
Die Hamburger Kunsthalle wollte Carsten Nicolai nicht nur mit seiner “anti reflex” Installation ausstellen, sondern als Electronic-Musiker vorstellen. Das blieb, wohlwollend ausgedrückt, in seinen Ansätzen stecken. Oder zeigte, drastisch benannt, die Grenzen der Kompetenz eines Museumbetriebes auf. Eine Nachbetrachtung als Offener Brief.
Carsten Nicolai spielt sein Hamburger xerrox-Konzert unausgeruht. Der Samstagabend ist eingebettet in eine Reihe von Konzerten in Barcelona und Leipzig. Im Berliner Studio wartet die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt mit dem Komponisten Michael Nyman, das zum Maerzmusik Festival fertiggestellt sein soll. Die Freitagnacht in Leipzig war lang und “grossartig. Da waren vierhundert Leute auf der Bühne, die haben da bis fünf getanzt, als wäre es ein Club.” Carsten Nicolai, Olaf Bender und Pantha du Prince spielten drei Sets auf der stimmungsvoll umgebauten Hinterbühne des Centraltheaters. Eiserner Vorhang zum Zuschauerraum heruntergelassen, Bar, hochgerüstete PA, wenige Aufsichtskräfte. In der Theaterdirektion schien man Vertrauen in Projekt und Leipziger Publikum zu haben. “Ein Heimspiel” für die Chemnitzer Nicolai und Bender. Für März hat Intendant Sebastian Hartmann Jazzanova engagiert. Der Mann hat sich für das im vergangenen Herbst übernommene Haus einiges vorgenommen.
* White Cash Contemporary
Am 23. Februar 2009 von Olaf Bargheer | Bildende Kunst, Kolumnen
Ich bekam vor einigen Tagen eine neue Kreditkarte. Die Karte klebte auf einem doppelt gefalteten Briefbogen, war mit silbernen, gestanzten Zahlenkombinationen versehen und knallpink. Auflage exklusive 500. Jetzt bin ich aufgenommen in den Club der Gentlemen, die in der Galerie White Trash Contemporary ganz weit vorn sind. Was in der Praxis bedeuten kann, dass ich 10 Prozent auf Zeichnungen von Fernando de Brito oder Installationen von Oliver Ross bekomme. Also doch nicht wirklich praxisnah: Investitionen in Kunst, zumal Installationen von Oliver Ross, geben viele der Geldbeutel der 500 White Trash Gentlemen im Augenblick nicht her. Venture Capital needed.
Umso mehr Chuzpe also, anstatt Einladungsflyer Kreditkarten über den postalischen Galerieverteiler zu streuen. Nils Grossiens erste Gruppenausstellung seit gut einem halben Jahr verweist denn auch auf die pinkfarbene Private Card: “White Cash Contemporary”.

* Finanzkrise und kein Ende?
Am 28. November 2008 von daremag | Kolumnen
Text: Harald Stazol
Doch. Sagte Mittwoch Abend jedenfalls Dr. Ernst Josef Pauw, Banker beim Privat-Bankhaus Lampe und Vorstandsmitglied des Hamburger Kunstvereins ebenda – als Readymate der NoRoomGallery sozusagen: ‘Jede Krise ist eine Chance.’ In hoher Kompetenz und einigem Optimismus (man glaubt es kaum) referierte er und erklärte die Zusammenhänge, die wiederzugeben ich mich nun bemühen werde: Ursache allen Übels ist natürlich Georgie W. Bush (wer sonst?) und der Irakkrieg, der, wer hätte das gedacht, 500 Milliarden im Jahr kostet. (Kleine Nebenbemerkung: jedes Weltreich geht offenbar an seinem Militärhaushalt zugrunde, die Römer, die Briten, die Russen und jetzt halt die Amis). Und dann? Brauchte man dringend Frischgeld, wobei der amerikanische Konsument, was kaum jemand weiss, für 2/3 des amerikanischen Bruttosozialproduktes verantwortlich zeichnet.
* On our own #1
Am 14. Oktober 2008 von Olaf Bargheer | Kolumnen
Dass auch in anderen Städten einiges gewagt und – in diesem Fall dem urbanen Raum – gegeben wird, zeigt DARE Basel. Die DARE Hamburg Redaktion bleibt ausgeglichen und sagt ganz klar: Wer als User auf der ‘ch’ statt der ‘de’ Seite landet, hat unser vollstes Wohlwollen. Denn was die Schweizer Kollegen an Street Art auf die Wand, aufs T-Shirt und auf ihren alten VW Samba bringen, ist ganz nach unserem Gusto.
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