<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>DARE &#187; Komm in die Gänge</title>
	<atom:link href="http://blog.daremag.de/tag/komm-in-die-gange/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.daremag.de</link>
	<description>Magazin für Kunst und überdies</description>
	<lastBuildDate>Wed, 28 Jul 2010 21:24:52 +0000</lastBuildDate>
	
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Auf den Trittbrettern des Gängeviertels</title>
		<link>http://blog.daremag.de/2010/03/gaenge-allstars/</link>
		<comments>http://blog.daremag.de/2010/03/gaenge-allstars/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:37:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Bargheer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Gänge Allstars]]></category>
		<category><![CDATA[Gängeviertel]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Komm in die Gänge]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Not In Our Name Marke Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Viva con Aqua]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.daremag.de/?p=853</guid>
		<description><![CDATA[	Irgend etwas ist wohl wieder schief gelaufen im Staate Hamburg: PR-stark angekündigt, haben eine Reihe lokaler Musiker auf Initiative des Label-Betreibers und Konzert-Veranstalters Siebeth Darm einen Tribute-Song mit dem Titel &#8220;Komm in die Gänge&#8221; eingespielt. Sowas funktioniert prächtig bei Live-Aid und Haiti, warum also nicht auch für das Hamburger Gängeviertel. Dumm nur, dass die dort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Irgend etwas ist wohl wieder schief gelaufen im Staate Hamburg: PR-stark angekündigt, haben eine Reihe lokaler Musiker auf Initiative des Label-Betreibers und Konzert-Veranstalters Siebeth Darm einen Tribute-Song mit dem Titel &#8220;Komm in die Gänge&#8221; eingespielt. Sowas funktioniert prächtig bei Live-Aid und Haiti, warum also nicht auch für das Hamburger Gängeviertel. Dumm nur, dass die dort engagierten Künstler nichts davon wussten und auch gar nicht wissen wollen. Die Spenden- und Eintrittsgelder der &#8220;Gänge Allstars&#8221; jedenfalls gehen nicht an die Initiative im Gängeviertel, sondern &#8211; immerhin &#8211; an Viva con Aqua. In den Web-Foren ist nun ein Streit um Deutungshoheit, Markenverwendung und Authentizität entbrannt, der viel aussagt über die Vermarktungsmechanismen und die undeutlichen Abgrenzungen von alternativen / off / underground / NGO Initiativen. Für Leser, die den Public Relation Flächenbrand nicht in der Facebook-Gruppe des Gängeviertels mitverfolgen, hier eine Compilation.</p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2010/03/DARE_Magazin_Gaenge_Allstars.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-855" title="DARE_Magazin_Gaenge_Allstars" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2010/03/DARE_Magazin_Gaenge_Allstars.jpg" alt="" width="500" height="329" /></a></p>
	<p><span id="more-853"></span><a href="http://www.gaengeallstars.de/">Link Gänge Allstars</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/home.php?#!/pages/Hamburg-Germany/Gangeviertel/64688204424?ref=nf"> Link Gängeviertel Facebook Gruppe</a></p>
	<p>18 Musiker performen den Song &#8220;Komm in die Gänge&#8221;. Aufgenommen vom 07. bis 09.02.2010 im Rekorder Studio auf St. Pauli. Die &#8220;Gänge Allstars&#8221; unterstützen die Organisation &#8220;Viva con Agua&#8221;. Live-Konzert am Montag 19.04.2010 im Knust.</p>
	<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><br />
<param name="allowFullScreen" value="true" />
<param name="allowscriptaccess" value="always" />
<param name="src" value="http://www.youtube.com/v/sKGjIHec2mo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&amp;showinfo=0" />
<param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="300" src="http://www.youtube.com/v/sKGjIHec2mo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&amp;showinfo=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">&#8220;Gänge Allstars&#8221; Musiker</span></p>
	<p>Neil Hickethier, Christian Venus, Björn Maass, Lesley Farfisa, Marten, Catharina Boutari, Duncan Townsend, Tadday, Katrin Wulff, Chris Buseck, Michael Zlanabitnig, Martin Kilger, Marcel Blunk, Herr Olsen, Martin Schroeder, Crille, Tim Willig</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">&#8220;Gänge Allstars&#8221; Songtext</span></p>
	<p>Komm in die Gänge</p>
	<p>Ja Ja Ja Ja Ja<br />
Wir kommen in die Gänge<br />
Ja Ja Ja Ja Ja</p>
	<p>Wir wollen kein Disneyland<br />
Alles rosa &amp; heile Welt<br />
Wir wollen dass endlich was passiert<br />
Bevor alles zerfällt<br />
Doch sie reden und zerreden<br />
Denken zielstrebig global<br />
Und wenn es zu den Taten geht<br />
Wird alles total egal</p>
	<p>Ja Ja Ja Ja Ja<br />
Wir kommen in die Gänge<br />
Ja Ja Ja Ja Ja</p>
	<p>Sie planen und verplanen<br />
Über uns wird spekuliert<br />
Sie lieben hohle Phrasen<br />
Fakten werden ignoriert<br />
Sie reden von Erfolgen<br />
We call it Climate Shame<br />
Wir wollen mit ihnen nicht untergehen<br />
Not in our name</p>
	<p>Nein Nein Nein Nein<br />
Wir kommen in die Gänge<br />
Ja Ja Ja Ja Ja</p>
	<p>Herzlichen Glückwunsch<br />
Zum tausendsten Palast<br />
Kein Leben, keine Seele<br />
Zwischen Stahl, Beton und Glas<br />
Es wird Zeit, dass was passiert<br />
Warum wird das ignoriert</p>
	<p>We call it global shame<br />
Not in our name</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">&#8220;Gänge Allstars&#8221; Pressetext von Stefan Krulle</span></p>
	<p>Goethes &#8220;Faust&#8221; ist ein grandioses Werk, Goethes &#8220;Faust&#8221; ist aber leider oft auch missverstanden worden. Wie grölte doch der Zecher dort in Auerbachs Keller? &#8220;Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied!&#8221; Die trunkene Dummheit wurde zum geflügelten Wort und hält sich bis in unsere Tage, auch wenn vor etwa 30 Jahren ein paar Liedermacher mal erfolgreich das Gegenteil behaupteten und es sogar bis zur treuen Gefolgschaft brachten.</p>
	<p>Das politische Lied ist halt eine zarte Pflanze, die des Nährbodens bedarf. Auch deshalb ist seine Zeit jetzt, da Bürger zu Objekten der Gier von Spekulanten werden, die Klimaerwärmung unsere Meeresspiegel steigen lässt und die Politik dem Einzelnen immer weniger Schutz bietet, wohl wieder einmal gekommen. Zeit also für Musiker, etwas &#8220;dagegen&#8221; zu unternehmen, natürlich mit jenem Mittel, welches er am besten beherrscht: Musik machen und singen.</p>
	<p>Als jetzt in Hamburg das historische, von Künstlern bevölkerte Gängeviertel zum Spielball der Spekulanten zu werden drohte, da schrieb der Hamburger Siebeth sich mit einem Song die Wut aus dem Bauch. &#8220;Auch wenn der Song nicht nur vom Gängeviertel handelt&#8221;, sagt Siebeth, &#8220;so ist er doch für mich inzwischen zum Synonym dafür geworden, dass man etwas bewegen kann, wenn man nur will.&#8221; Und so erheben nun Siebeth und die Kollegen Neil Hickethier, Christian Venus, Lesley &amp; Björn Maass (Der Fall Böse), Tadday, Catharina Boutari, Duncan Townsend, Katrin Wulff, Marten (One Fine Day), Chris Buseck, Michael Zlanabitnig (The Life Between), Martin Kilger, Marcel Blunk (Balboa Inn), Herr Olsen, Crille, Tim Willig und Martin Schroeder ihre Stimmen in &#8220;Komm in die Gänge&#8221; zum Statement. &#8220;Das Projekt&#8221;, so Siebeth, &#8220;ist beeinflusst durch viele Strömungen und Organisationen, die einfach keine Lust mehr hatten, alles mitzumachen oder so zu lassen, wie es ist. Daraus entstand die Idee, mit unseren Mitteln etwas zu tun &#8211; die Gänge Allstars waren geboren.&#8221;</p>
	<p>Bei aller Botschaft: &#8220;Komm in die Gänge&#8221; ist nicht bloß nebenbei auch ein prima Popsong geworden, der sich über Hamburgs Grenzen hinaus zur Hymne mausern könnte.</p>
	<p>Das Lied wird über die gängigen Internet-Formate (MySpace, YouTube etc.) verbreitet, ist zunächst gegen eine freiwillige Spende zugunsten von &#8220;Viva con Agua&#8221; als Download erhältlich. Ein Video ist online und ein Making-Of wird folgen. Und was außerdem vermutet werden darf: Das Beispiel wird Schule machen. Gut so.</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.facebook.com/home.php?#!/posted.php?id=64688204424&amp;share_id=347507114122&amp;comments=1#s347507114122">Compilation der Diskussion innerhalb der Gängeviertel Facebook Gruppe am 08. und 09.03.2010</a></span></p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Gängeviertel</span>: Klarstellung: Bevor uns weitere Anfragen zu dieser Aktion erreichen, hier ein Statement. Die Band &#8220;Gängeallstars&#8221; mit dem &#8220;Lied Komm in die Gänge&#8221; ist ohne unsere Zustimmung initiiert und produziert worden. Die Spenden kommen nicht uns zugute und wir nehmen Abstand zu dieser Aktion.</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Gängeviertel</span>: wir distanzieren uns von der marktorientieren machart dieses projekts und nicht von den künstlern, wir haben ein problem damit, dass es ohne unsere zustimmung veröffentlicht wurde. wir hätten einfach gerne selbst entschieden wie und auf welche art man unser engagement und den namen unserer intiative verwerten. im detail: es wurde eine facebook, myspace und internet- seite eröffnet und der slogan &#8220;komm in die gänge&#8221; auf eine art verwertet, die wir einfach nicht gut finden. es laufen spendenaufrufe über online und print, die uns nicht erreichen. es findet ein konzert statt an dem ein gastronom und nicht unsere bar oder &#8220;recht auf stadt&#8221; verdient, wir wurden dazu auch nicht gefragt. desweiteren ist eine compilation geplant, zu der wir auch nicht befragt wurden. und damit eine sache klar wird: man respektiert voll und ganz das engagement der künstler, das ist auch in einer respektvollen art und weise übermittelt worden. wir unterstellen hier niemandem böse absichten! höchstens eine schlechte kommunikation und voreiliges handeln, dessen ergebnis nun dieses hier ist. aber wir möchten nicht, dass man dinge ungefragt in einen zusammenhang stellt, den es so nicht gibt, denn der song hat laut aussage des produzenten nichts mit dem viertel und den menschen dort zu tun. das alles hat ihn nur inspiriert sich politisch zu äussern. das soll auch so sein. das wäre aber auch ohne die verwertung des namens einer intiative möglich gewesen. wir hätten dazu auch gerne beraten. wir hätten gerne die möglichkeit gehabt zu sagen, wir sehen das oder so. wir wurden gefragt, so viel muss man sagen, jedoch wurde alles veröffentlicht und professionell promoted, bevor es ein ok gab. aus diesem grund distan-zieren wir uns und sagen, diese aktion hat wenig bis nichts mit uns zu tun.</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Ju Lia</span>: Uuuh, jetzt haben sich ganz langweilige Normalos mit eurem Projekt solidarisiert dass ja eigentlich nur für eine alternative &#8220;linksradikale&#8221; Elite gedacht war? Und noch nicht mal auf dem Plenum abgesprochen! Wirklich ärgerlich sowas! Wer seid denn &#8220;ihr&#8221; dass man eure Zustimmung zur Meinungsäußerung braucht?</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Gängeviertel</span>: ju lia..hier rennen eine menge langfweilige normalos, neben linken spinnern, neben freakigen künstlern oder wie man sie sonst noch so nennen möchte umher und sind alle schön gemeinsam dabei. sorry, aber du bist offensichtlich falsch informiert über das was bei uns so läuft. komm doch vorbei und mach dir ein bild, bevor du solche kommentare abgibts. jederzeit offen und ja man sollte menschen schon fragen, bevor man ihr engagement nutzt, ist doch irgendwie ganz &#8220;normal&#8221;.</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Kim Voigt</span>: und so schnell gehts vom wir zum ihr oder die oder das &#8230; auf jedem Fall schon ne geschlossene Gruppe mit allem drum und dran?</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Anthony Zornig</span>: Nee, keine geschlossene gruppe. Hier finden sich alle, die sich die Welt vorstellen, wie sie am vernünftigsten wäre. Das Gängeviertel verdient schon ganz gut an der Gentrifizierung. Warum nicht alle anderen auch?</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Siebeth Darm von den &#8220;Gänge Allstars&#8221;</span>: Hallo Alle! Ich möchte weder auf einen fahrenden Zug aufspringen noch mich durch dieses Projekt profilieren. Ich habe das Projekt aus tiefster innerer Überzeugung gemacht, ebenso wie die anderen Künstler. Ich habe das Projekt “Gänge Allstars” und den Titel KOMM IN DIE GÄNGE gewählt, weil das Gängeviertel und die Leistung der Leute für mich ein Synonym geworden ist, dass man etwas bewegen kann, wenn man will. Der Song geht aber auch um noch mehr: BNQ, Not in our name, Recht auf Stadt, Frappant etc. Daher wollte ich, dass eher alle Spenden an eine Vereinigung gehen als an viele. Deswegen habe ich Viva con Agua gewählt. Ich verdiene nichts an dem Projekt, ich habe bisher nur reingesteckt und so soll es auch bleiben. Ich hoffe, diese Zeilen bringen mehr Licht in die Angelegenheit.</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Clara Rakemann</span>: &#8220;Jede PR ist gute PR&#8221; funktioniert halt auch andersrum. Das Lied hat, wenn man das Feedback hier betrachtet, eine andere Zielgruppe als die Mitglieder dieser Gruppe. Vielleicht werden sie sogar erst dadurch auf das Gängeviertel aufmerksam, also freut euch drüber! Euch tut&#8217;s nicht weh und Viva con Agua kann man die Spenden gut gönnen!</p>
	<p><span style="text-decoration: underline;">Gängeviertel</span>: der post hatte nicht den willen, leute die sich engagieren wollen, zu dissen oder irgendwas zu unterstellen! auch wollte hier niemand eine bewertung abgeben, wir sagen nur wir möchten gefragt werden und wenn nicht, dann dürfen wir das auch nicht gut finden, thats all! wenn man mit dieser einstellung gleich zum marketingnazi abgestempelt wird, fehlt mir etwas der gesunde menschenverstand. wir sagen lediglich, wir haben das nicht gemacht und stehen nicht dahinter, denn es hat einfach nicht wirklich was mit uns zu tun, wenn es das hätte, wäre es auch kein problem, dass es den namen trägt.
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.daremag.de/2010/03/gaenge-allstars/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Not In Our Name, Marke Hamburg &#8211; Rückzugsgefechte der Kreativen Klasse</title>
		<link>http://blog.daremag.de/2009/10/not-in-our-name-marke-hamburg/</link>
		<comments>http://blog.daremag.de/2009/10/not-in-our-name-marke-hamburg/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 16:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Bargheer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[creative cities]]></category>
		<category><![CDATA[Elbphilharmonie]]></category>
		<category><![CDATA[Empire Sankt Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Gängeviertel]]></category>
		<category><![CDATA[Goldene Zitronen]]></category>
		<category><![CDATA[HafenCity]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Komm in die Gänge]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativagentur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturmetropole]]></category>
		<category><![CDATA[No BNQ]]></category>
		<category><![CDATA[Not In Our Name Marke Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Lohmeyer]]></category>
		<category><![CDATA[Recht auf Stadt]]></category>
		<category><![CDATA[Rocko Schamoni]]></category>
		<category><![CDATA[St. Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Ted Gaier]]></category>
		<category><![CDATA[Wachsende Stadt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.daremag.de/?p=705</guid>
		<description><![CDATA[	Ein Zwischenruf, mit Verständnis für die in der Grauzone tätigen
	Dieses wird ein ungeordneter, ruppiger Text. Er entsteht unter dem direkten Einfluss eines Pressegespräches, das am Vormittag des 29.10.2009 in einem der verwahrlosten Gebäude des besetzten Hamburger Gängeviertels stattfand. Dort hatte sich, mit dicken Jacken bewaffnet, eine breite Riege &#8220;ungewaschener&#8221; (dazu später) Hamburger Kulturprotagonisten zusammengesetzt, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Ein Zwischenruf, mit Verständnis für die in der Grauzone tätigen</strong></p>
	<p>Dieses wird ein ungeordneter, ruppiger Text. Er entsteht unter dem direkten Einfluss eines Pressegespräches, das am Vormittag des 29.10.2009 in einem der verwahrlosten Gebäude des besetzten Hamburger Gängeviertels stattfand. Dort hatte sich, mit dicken Jacken bewaffnet, eine breite Riege &#8220;ungewaschener&#8221; (dazu später) Hamburger Kulturprotagonisten zusammengesetzt, um ziemlich deutlich zu machen, dass sie überhaupt keinen Bock mehr darauf haben, als Aushängeschild der vermeintlichen &#8220;Kreativstadt&#8221; benutzt zu werden.</p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_3.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-708" title="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#3" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_3.jpg" alt="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#3" width="500" height="333" /></a></p>
	<p>Foto: &#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg&#8221; Pressegespräch. Am Tisch von links nach rechts Christoph Twickel (Journalist), Peter Lohmeyer (Schauspieler), Ted Gaier (Die Goldenen Zitronen), Melissa Logan (Chicks on Speed), Tino Hanekamp (Uebel&amp;Gefährlich), Rocko Schamoni (Autor, Musiker, Golden Pudel Club)</p>
	<p><span id="more-705"></span>Ted Gaier hielt zur Verdeutlichung eine PR-Postille der &#8220;Hamburg Marketing GmbH&#8221; in das Blitzlichtgewitter. Auf dem Cover das who is who der Hamburger Musikszene. Ted Gaier fand es alles andere als lustig, dass seine Goldenen Zitronen quasi Hand in Hand mit Marius Müller Westernhagen und Udo Lindenberg durch die Lande und bis nach Singapur und Austin / Texas (wo &#8220;Hamburg Marketing&#8221; auf Festivals die Musikszene der Hansestadt bewirbt) gezogen werden um die &#8220;Kulturmetropole&#8221; mit kiezigem Charme zu labeln.</p>
	<p>&#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg&#8221;, proklamieren die Unterzeichner eines Manifestes jetzt, und fordern ein Umdenken in der städtischen Politik (das Manifest findet sich in voller Länge am Ende dieses Artikels).</p>
	<p>&#8220;Wir sind das Alibi für Hamburg, mit dem für kurzfristige Event- und Marketingprojekte geworben wird.&#8221; (Peter Lohmeyer). &#8220;Wir Künstler werden vor den Karren gespannt, wenn es um die sogenannte Kreative Stadt geht. Wir sind die Esel, aber der Karren stinkt. Wir haben ihn nicht gebaut.&#8221; (Rocko Schamoni). &#8220;Städte sind keine Marke, sondern leben von Durchmischung und Kreativität.&#8221; (Ted Gaier). Die Hamburger Politik setzt das Image der Kreativstadt in die Welt und produziert hinter den Kulissen soziale Segregation und kulturelle Verödung.&#8221; (Manifest)</p>
	<p>&#8220;Kunst war dem Hanseaten noch vor kurzer Zeit &#8220;der Große Ungewaschene&#8221;, jemand der nicht rechnen kann, bestenfalls ein Sträusschen am Hut. Das hat sich geändert. Denn Stadtentwicklung ist für die neoliberale Ideologie der &#8220;Wachsenden Stadt&#8221; gleichbedeutend mit Standortmarketing. Und Kunst und Kultur spielen darin eine zentrale Rolle als Imageproduzenten. Dementsprechend umgarnt die Regierung neuerdings die Kreativen der ehemals verachteten und bekämpften Subkulturen.&#8221; (Golden Pudel Club, die &#8220;Elbphilharmonie der Herzen&#8221;)</p>
	<p>Irgendwer bei der &#8220;Spex&#8221; oder bei &#8220;Kultur und Gespenster&#8221; oder von mir aus auch bei der &#8220;Zeit&#8221; müsste sich in diesem Spätherbst mal hinsetzen und ein unabhängiges Dossier über all das schreiben, was sich in diesem Jahr unter dem Überdruckventil des Hamburger Schnellkochtopfes aufgestaut hat: eine Melange aus Gängeviertel, Bernhard-Nocht-Quartier, Empire Sankt Pauli, HafenCity bleibt!, Schanzenfest, Frappant Große Bergstraße vs. Ikea, Tanzende Türme vs. Skam und Mojo Club, Masterplan Wachsende Stadt, Gründung der Kreativagentur, Waagenbau, Astra Stube, subvision Festival, IBA, Wilhelmsburg.</p>
	<p>Für so ein Dossier oder Feature, immerhin die Königsdisziplin des gut recherchierenden Journalismus, bekommt ein Redakteur ordentlich Knatter, und weil das DARE Magazin unter strukturellem Knattermangel leidet, können wir diesen Dienst leider nicht leisten und setzen stattdessen auf Service und eine Compilation der vielfältigen Meinungen.</p>
	<p>Ein (wenngleich gefärbtes, dafür aber mit umso mehr Chuzpe und Guerilla kompiliertes) Dossier im Gewand des gekaperten &#8220;Hamburg Magazin&#8221;, der Hauspostille der &#8220;Hamburg Marketing GmbH&#8221;, findet sich zum Download z.B. auf der <a href="http://centrosociale.breitaufgestellt.de/gentrifizierung/rechtaufstadt">Website des Centro Sociale</a>.</p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/Hamburg_Magazin_Unter_Geiern_Titelseite.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-726" title="Hamburg_Magazin_Unter_Geiern_Titelseite" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/Hamburg_Magazin_Unter_Geiern_Titelseite.jpg" alt="Hamburg_Magazin_Unter_Geiern_Titelseite" width="500" height="658" /></a></p>
	<p>Eines ist bei der Meinungsbildung vollkommen klar: Jeder, der sich einigermaßen kreativ und ungewaschen fühlt, unterschreibt das Manifest ohne mit der Wimper zu zucken. Die Wut und die Forderungen und die schnoddrigen aber pointierten Formulierungen des Textes sprechen aus der Seele. Man möchte sich &#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg&#8221; sofort auf ein American Apparrel T-Shirt drucken.</p>
	<p>Bei Facebook-Aufforderungen zur Unterzeichnung des Manifestes besteht der überwiegende Teil der Kommentare aus den knappen Worten &#8220;d&#8217;accord&#8221; und &#8220;erledigt&#8221;. Und wir sprechen hier nicht nur von bildenden Künstlern und Musikern. In der langen Liste der Unterzeichneten finden sich Gastronomen, Store-Betreiber, sogar Architekten, Werber und Agentur-CEO&#8217;s.</p>
	<p>Ja, verdammt: es geht hier um die Wurst. Um das &#8220;Recht auf Stadt&#8221;. Aber es will mir nicht gelingen, die Sache uneingeschränkt zu bejahen. Dazu habe ich zu viele ernsthaft denkende und operierende Planer kennengelernt, die hier pauschal gedisst werden. Authentizität und Meinungsfreiheit wird &#8211; nicht offen ausgesprochen aber unterschwellig mitklingend &#8211; nur denen zuerkannt, die kleine coole Brötchen backen und den kulturellen Humus bereiten.</p>
	<p>Es ist aus dieser Position heraus unglaublich einfach, sich mit markigen Sätzen der Vereinnahmung zu erwehren. Die bisher billigen Mieten und authentischen alten Bewohner seines bröckelnden Kiez zu verteidigen. Auf den Fluchtpunkt Berlin zu scheißen aber gleichzeitig zu schielen. Stadtplaner und Behörden, die auf einer Metaebene übergreifende Projekte entwickeln, zu verachten.</p>
	<p>Wenn man es mit dieser (man muss das Wort bemühen) romantischen Verweigerungshaltung und vermeintlichen künstlerischen Freiheit hinbekommt, seinen Kühlschrank zu füllen und Krankenkassen- oder Künstlersozialkassenbeiträge aufzubringen, Big Respect! Wer &#8211; wie die auf dem Podium vertretenen &#8211; einen Namen hat, dem wird dies gelingen und gut zu Gesicht stehen: die Credibility und so.</p>
	<p>Übrigens: Das Gegenteil von ungewollter medialer Vereinnahmung ist mediale Abstinenz. Einzelinterviews und Fotoshootings mit den medienkompatiblen Köpfen der Initiative wirken am trüben Morgen des Pressegespräches einigermaßen absurd. Sie feuern ein System, dem eben noch der Stinkefinger gezeigt wurde, weiter an. Schirmherren wie Daniel Richter oder Peter Lohmeyer zeigen eine ganz eigensinnige Nutzung von klassischem Lobbyismus.</p>
	<p>Ich habe Verständnis für die in der Grauzone. Für die kleinen Bands, die sich über einen einigermaßen ordentlich bezahlten Gig in der Jägermeister Rock und Marketing Liga freuen. Für die Mitarbeiter der Stiftungen, die Pressesprecher, die Projektkoordinatoren, die wissen, dass zurückgehende öffentliche Förderungen mit Public Private Partnerships kompensiert werden müssen, um Kulturprojekte überhaupt realisieren zu können.</p>
	<p>&#8220;Das Hauptargument für jeden guten Hanseaten, und die Stadt wird ja von Hanseaten reagiert, ist aber: Wo kommt die Knatter her?&#8221; (Daniel Richter im <a href="http://www.abendblatt.de/hamburg/article1215492/Daniel-Richter-im-Exklusiv-Interview.html">Interview mit dem Hamburger Abendblatt</a>). Davon findet sich im Manifest nichts. Kahlschlag droht, wo auf Public Private Partnerships keinen Wert gelegt wird. T-Mobile electronic beats schaffen zusätzlichen Content in der Clubbing-Agenda. Wenn O2 ein eintrittsfreies Konzert mit den Fantastischen Vier organisiert, ist daran für den Besucher zunächst nichts Schlechtes. Wir kennen ja die Explosion der Preise für Konzertkarten. Wenn die Produktionsgelder aus dem Promotion- oder Marketing-Etat eines Unternehmens bereit gestellt werden, so what, solange innerhalb der Projektbeteiligten und der anvisierten &#8220;Zielgruppe&#8221; ehrlich miteinander umgegangen wird.</p>
	<p>Dass Staatstheater und städtische Museen ohne Einbindung in das Standortmarketing ins Hintertreffen geraten würden, weiss jeder, der einmal die Randnotizen eines Feuilletons gelesen hat. Ohne ordentliche Besucherzahlen kein Ensemble oder Ankauf zeitgenössischer Kunstwerke für die Sammlung. Lasst doch die Leute sich auf ihre Elbphilharmonie und ihren Sonntagsspaziergang in der HafenCity freuen. Wer diese Bauvorhaben am liebsten torpedieren möchte, verhält sich genauso arrogant wie die, die ein Empire Riverside Hotel im Herzen von St. Pauli hochziehen.</p>
	<p>Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Dieses Eingeständnis müssen die behördlichen Think Tank und Cluster Entwickler der Strategiepapiere zur &#8220;Wachsenden&#8221; oder &#8220;Kreativen Stadt&#8221; machen. Stadtentwicklung in Hamburg läuft skandalös &#8211; und an denen vorbei, die viel Produktives beizusteuern hätten. Die Schwachstelle ist die mangelhaft strukturierte Schnittstelle und die mangelnde Kommunikation zwischen den Kulturschaffenden und den Kulturverwaltenden.</p>
	<p>Ein Eingeständnis, das die ungewaschenen coolen Hunde der &#8220;creative class&#8221; machen müssen: dass man die Wellen des Marketings surfen muss. Sonst schlagen sie über einem zusammen. Ruhige See herbeizuwünschen hilft eh nicht. Beschaulichkeit war gestern. Schwarz-weisse Feindbilder sind achtziger. Hafenstraße war einfacher als Gängeviertel.</p>
	<p><em>Dieser Text ist ein Zwischenruf als direkte Reaktion auf das &#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg&#8221; Manifest. Wollte man eine konsistente Haltung und Argumentation aus den einzelnen Gedankenfragmenten entwickeln, müsste man das Thema eine Weile sacken lassen und später, ausgeruhter, noch einmal in die Hand nehmen. Update to come. Thanks for comments.</em></p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-710" title="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#1" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_1.jpg" alt="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#1" width="500" height="333" /></a></p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_8.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-711" title="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#8" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_8.jpg" alt="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#8" width="500" height="333" /></a></p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_7.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-712" title="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#7" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_7.jpg" alt="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#7" width="500" height="333" /></a></p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-713" title="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#2" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_2.jpg" alt="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#2" width="500" height="333" /></a></p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_6.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-714" title="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#6" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_6.jpg" alt="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#6" width="500" height="333" /></a></p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_5.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-715" title="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#5" src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_5.jpg" alt="091029_Not_in_our_name_Marke_Hamburg_#5" width="500" height="333" /></a></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p><strong>Pressestimmen und Links</strong></p>
	<p>&#8220;Was dem Text und der Präsentation im Gängeviertel fehlt, ist so etwas wie Selbstreflexion. Und die Reflexion auf eine radikale Alternative. Dann fiele vielleicht auf, dass man auch als Kulturschaffender so ganz unschuldig nicht ist. Wenn nun etwa ein Musiker der Goldenen Zitronen in der Schanze seinen Kaffee trinkt und sich umblickt, was sieht er dann? Nicht mehr die Alten, die Migranten, sagt Gaier bedauernd. An die er sich mit seiner Musik aber auch nie gewendet hat. Was also sieht er? Potenzielle Kunden: lauter Werbefuzzis, Physiotherapeuten, Klavierlehrer, Designer, Journalisten. Also Leute, die demselben Milieu zugehörig sind wie der Kulturschaffende, auch wenn sie auf dem steinigen Weg der Ästhetik der Existenz nicht ganz so weit gekommen sind. Und was ist nun dieser Kulturschaffende? Plötzlich nicht mehr der Einzelgänger, der Super-Individuelle um nicht zu sagen: der ganz Andere, als der er noch gelten konnte als die Szene fern war. Nein, man ist plötzlich, oh Schreck: unter sich! Das ist das Kreuz der Subkultur: Sie lebt von der Andersartigkeit, die sie als Ware verkauft &#8211; und zur Mode macht. Soviel anders ist das nicht als das Paradox, das die Kulturschaffenden der Stadt vorwerfen: mit ihnen zu werben, und ihnen zugleich den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Dabei wissen die Künstler, dass die Vereinnahmungslogik ihren Werken im Kapitalismus eingeschrieben ist &#8211; und verdrängens.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.taz.de/regional/nord/hamburg/artikel/1/die-grosse-vereinnahmung/">TAZ: Die große Vereinnahmung / von Maximilian Probst / 30.10.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Nichts ist klar auf der Andrea Doria. Der Vergnügungsdampfer Hamburg ist in schwere See geraten. An der Elbe brodelt’s plötzlich an mehreren Stellen, und zwar ausgerechnet dort, wo die Stadt jung, kreativ und zukunftsfroh ist. Dabei geht es um die Frage, welchen Raum Hamburg denen gibt, die über Initiative und Einfälle verfügen, nicht jedoch über genug Geld.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.zeit.de/2009/40/WOS-Hamburg">Die Zeit: Beton fließt ins Herz der Stadt &#8211; In Hamburg regiert das Geld. Was tun Bürger, die keins haben? Sie rebellieren / von Ulrich Stock / 25.09.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Die Künstler (im besetzten Gängeviertel, Anm. DARE) wollen nur zweierlei: die Häuser haben und nicht nach Berlin. (&#8230;) Berlin! Das Wort hat in Hamburg einen magischen Klang. In Berlin kostet alles nichts. In Berlin ist alles möglich. In Berlin tanzen sie sogar auf den Dächern.&#8221;</p>
	<p>&#8220;Weil Hamburg aber so brummt, weil es eine Stadt des hart verdienten Geldes ist, ganz anders als das deindustrialisierte, durchsubventionierte Berlin, hat es die Low-Budget-Szene nicht leicht. In Hamburg bekommt man nichts geschenkt.&#8221;</p>
	<p>&#8220;Im dicken Gästebuch (des Gängeviertels, Anm. DARE) findet sich der Eintrag eines interessierten Werbers: Ihn begeistert das Projekt, er hätte hier demnächst gern sein Büro.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.zeit.de/2009/37/WMIH">Die Zeit: Hanseatische Hausbesetzung &#8211; 25 Jahre nach der Hafenstraße beginnen Künstler eine neue Squatter-Ära / von Ulrich Stock / 21.09.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Droht Hamburg ein zweiter Hafenstraßen-Konflikt, mitten in der Innenstadt? Diesmal einer, in dem Bürgermeister und Besetzer gemeinsam Barrikaden gegen einen Bauherren errichten? Die Situation um die Zukunft des Gängeviertels jedenfalls nimmt gerade eine absurde Wendung.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.sueddeutsche.de/R5y38t/3108514/Hafenstrasse-Teil-zwei.html">Süddeutsche: Hafenstraße, Teil zwei / von Till Briegleb / 21.10.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Die Kulturbehörde Hamburg ist einem Bären aufgesessen. Sie planten eine Kreativstadt in einem bereits an einen Investor versprochenen Gebiet. Das rächt sich jetzt. (&#8230;) Dumm gelaufen: In der Hoffnung, dass ein zunächst akzeptierter Investor seine Lust am Gängeviertel verloren hat, gingen Kulturbehörde und Bezirk Mitte auf Kuschelkurs mit den zwischenzeitlich dort eingezogenen Hausbesetzern. Schließlich bot sich hier eine Gelegenheit, die eigenen Ansprüche – formuliert in Schlagworten wie Talent- und Kreativstadt – auf schnellem Wege mit wenigstens etwas Leben zu füllen.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://debatte.welt.de/kommentare/164096/problemfall+gaengeviertel">Die Welt: Problemfall Gängeviertel / von Jörn Lauterbach / 20.10.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Die Gegner unterschiedlicher Bauprojekte in Hamburg rücken jetzt zusammen. Der Gegenwind gegen eine Reihe von Bauprojekten in Hamburg wird stärker. (&#8230;) Vernetzung lautet das Zauberwort im Internetzeitalter. „Wir sind sehr gut vernetzt“, hört man dieser Tage an vielen Orten und von vielen Menschen der Stadt. Die Hausbesetzer des Gängeviertels, die Künstler im Altonaer Frappant-Gebäude, die Clubbetreiber an der Sternbrücke oder St.Paulis „Gentrifizierungsgegner“ von „No BNQ“ – alle reden so. Alle versichern sich gegenseitig ihrer Solidarität.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.welt.de/hamburg/article4926695/Der-Widerstand-buendelt-sich-jetzt.html">Die Welt: Der Widerstand bündelt sich jetzt / von Olaf Dittmann / 21.10.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Auch wenn sich die Künstler instrumentalisiert fühlen, soll die &#8216;Marke Hamburg&#8217; auch weiterhin mit den Kultuschaffenden beworben werden. &#8216;Wir haben viele Analysen, die belegen, dass diese Strategie funktioniert&#8217;, sagt Karl-Heinz Blumenberg von Hamburg Marketing: &#8216;Und es ist ja auch im Interesse der Künstler, wenn viele Touristen in die Stadt strömen.&#8217;&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.mopo.de/2009/20091031/hamburg/politik/wie_gefaehrlich_ist_er_fuer_von_beust.html">Hamburger Morgenpost: Künstler-Aufstand / von Christoph Heinemann / 31.10.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Es gibt erstmal die Erkenntnis, dass Gentrifizierung ein Prozess ist, bei dem jeder Versuch, sich Freiheit zu erkämpfen, bedeutet, eine Plattform zu erzeugen, die in wenigen Jahren für das genaue Gegenteil von dem genutzt wird, für das man eingetreten ist. Wir suchen ja ursprünglich immer nach dissidentischen Plätzen, die Freiräume darstellen. Aber sobald man sich so einen Platz erkämpft hat, macht der die Stadt attraktiver. Das ist ein grauenhafter Prozess, aus dem wir uns nicht befreien können.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.freitag.de/alltag/0944-gaenge-viertel-hamburg-rocko-schamoni">Der Freitag: Nicht in Rockos Namen / Interview mit Rocko Schamoni / 01.11.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;In einer Zeit, wo es viele Verteilungskämpfe um das knappe Geld gibt, setzt sich in der öffentlichen Meinung, bei den Bürgern und offenbar auch bei Politikern die Erkenntnis durch, dass man an vielem sparen kann, nur ausgerechnet nicht bei den ehemals <em>weichen</em> Themen, nicht bei Bildung und Kultur. Sie sind nämlich unversehens zu <em>harten</em> Themen geworden, zu Essentials statt Beiwerk. Zu Kernpunkten einer Bürgerkultur. (&#8230;) Das Einzige, was nicht passieren darf, ist, dass man gegenseitig futterneidisch wird: Natürlich ist es gut, Kulturinitiativen in Wilhelmsburg ebenso zu stützen wie das Gängeviertel, die Elbphilharmonie wie die Staatstheater, das Hamburger Theaterfestival wie die Clubszene oder Kampnagel &#8211; das ist alles gut und je mehr es davon gibt, umso besser.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20091102/hamburg/panorama/bloss_nicht_futterneidisch_werden.html">Hamburger Morgenpost: Bloß nicht futterneidisch werden / Gastkommentar vom Intendanten des Thalia Theater Joachim Lux / 02.11.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>&#8220;Die zeitliche Parallelität zwischen Gängeviertelbesetzung und subvision Festival zeigt in der Tat die unterschiedlichen Kräftefreisetzungen auf; einerseits von geförderten, professionell organisierten Großveranstaltungen (top-down, zumindest in der subvision Organisationsstruktur), anderseits von eigeninitiativ und mit flachen Hierarchien organisierten Projekten, die auch ohne anfängliche Lobby eine grosse Resonanz haben (bottom-up, zumindest bis es darum geht, verlässliche Gängeviertel-Ansprechpartner für Runde-Tisch-Gespräche mit der Stadt zu haben). Dass sich im laufenden Betrieb beide Verfahrensweisen einander annähern, zeigt sich bei subvision durch die von den Künstlerinitiativen eigeninitiativ organisierten kontroversen Veranstaltungen &#8211; während die Gängeviertel-Initiatoren mittlerweile auf die Lobbywirkung eines “Schirmherren” Daniel Richter setzen und mit der erfolgreichen Durchsetzung eines Künstlerquartiers wohlmöglich eine Gentrifizierung ganz eigenen Ausmaßes freisetzen.&#8221;</p>
	<p><em><a href="http://www.subvision-hamburg.com/blog/?p=1993&amp;language=de">Blogreportage auf der Website des subvision Festivals: Im Endergebnis seid ihr Produkte &#8211; wärt gern Summen / von Olaf Bargheer / 05.09.2009</a></em></p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p>Daniel Richter im Exklusivinterview (<em><a href="http://www.abendblatt.de/hamburg/article1215492/Daniel-Richter-im-Exklusiv-Interview.html">Hamburger Abendblatt</a></em>)<br />
Die Künstler rechnen mit der Stadt ab (<em><a href="http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1250961/Die-Kuenstler-rechnen-mit-der-Stadt-ab.html">Hamburger Abendblatt</a></em>)<br />
Aufstand der Künstler (<em><a href="http://www.mopo.de/2009/20091030/hamburg/politik/aufstand_der_kuenstler.html">Hamburger Morgenpost</a></em>)<br />
Wir sind die Esel, aber der Karren stinkt (<em><a href="http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article5024732/Wir-sind-die-Esel-aber-der-Karren-stinkt.html">Die Welt</a></em>)<br />
Künstler gegen die Vermarktung der Stadt (<a href="http://www.hamburg1.de/aktuell/Kuenstler_gegen_Vermarktung_der_Stadt-1783.html">Videoclip Hamburg 1</a>)</p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p><strong>Manifest &#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg&#8221;</strong></p>
	<p><em><a href="http://www.buback.de/nion/">Link zum Unterzeichnen</a></em></p>
	<p>Ein Gespenst geht um in Europa, seit der US-Ökonom Richard Florida vorgerechnet hat, dass nur die Städte prosperieren, in denen sich die &#8220;kreative Klasse&#8221; wohlfühlt. &#8220;Cities without gays and rock bands are losing the economic development race&#8221;, schreibt Florida. Viele europäische Metropolen konkurrieren heute darum, zum Ansiedelungsgebiet für diese &#8220;kreative Klasse&#8221; zu werden. Für Hamburg hat die Konkurrenz der Standorte mittlerweile dazu geführt, dass sich die städtische Politik immer mehr einer &#8220;Image City&#8221; unterordnet. Es geht darum, ein bestimmtes Bild von Stadt in die Welt zu setzen: Das Bild von der &#8220;pulsierenden Metropole&#8221;, die &#8220;ein anregendes Umfeld und beste Chancen für Kulturschaffende aller Couleur&#8221; bietet. Eine stadteigene Marketing-Agentur sorgt dafür, dass dieses Bild als &#8220;Marke Hamburg&#8221; in die Medien eingespeist wird. Sie überschwemmt die Republik mit Broschüren, in denen aus Hamburg ein widerspruchfreies, sozial befriedetes Fantasialand mit Elbphilharmonie und Table-Dance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene wird. Harley-Days auf dem Kiez, Gay-Paraden in St. Georg, Off-Kunst-Spektakel in der Hafencity, Reeperbahn-Festival, Fanmeilen und Cruising Days: Kaum eine Woche vergeht ohne ein touristisches Megaevent, das &#8220;markenstärkende Funktion&#8221; übernehmen soll.</p>
	<p>Wir sagen: Aua, es tut weh. Hört auf mit dem Scheiß. Wir lassen uns nicht für blöd verkaufen. Liebe Standortpolitiker: Wir weigern uns, über diese Stadt in Marketing- Kategorien zu sprechen. Wir wollen weder dabei helfen, den Kiez als &#8220;bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil&#8221; zu &#8220;positionieren&#8221;, noch denken wir bei Hamburg an &#8220;Wasser, Weltoffenheit, Internationalität&#8221;, oder was euch sonst noch an &#8220;Erfolgsbausteinen der Marke Hamburg&#8221; einfällt. Wir denken an andere Sachen. An über eine Million leerstehender Büroquadratmeter zum Beispiel und daran, dass ihr die Elbe trotzdem immer weiter zubauen lasst mit Premium-Glaszähnen. Wir stellen fest, dass es in der westlichen inneren Stadt kaum mehr ein WG-Zimmer unter 450 Euro gibt, kaum mehr Wohnungen unter10 Euro pro Quadratmeter. Dass sich die Anzahl der Sozialwohnungen in den nächsten zehn Jahren halbieren wird. Dass die armen, die alten und migrantischen Bewohner an den Stadtrand ziehen, weil Hartz IV und eine städtische Wohnungsvergabepolitik dafür sorgen. Wir glauben: Eure &#8220;wachsende Stadt&#8221; ist in Wahrheit die segregierte Stadt, wie im 19. Jahrhundert: Die Promenaden den Gutsituierten, dem Pöbel die Mietskasernen außerhalb.</p>
	<p>Und deshalb sind wir auch nicht dabei, beim Werbefeldzug für die &#8220;Marke Hamburg&#8221;. Nicht dass ihr uns freundlich gebeten hättet. Im Gegenteil: uns ist nicht verborgen geblieben, dass die seit Jahren sinkenden kulturpolitischen Fördermittel für freie künstlerische Arbeit heutzutage auch noch zunehmend nach standortpolitischen Kriterien vergeben werden. Siehe Wilhelmsburg, die Neue Große Bergstraße, siehe die Hafencity: Wie der Esel der Karotte sollen bildende Künstler den Fördertöpfen und Zwischennutzungs-Gelegenheiten nachlaufen – dahin, wo es Entwicklungsgebiete zu beleben, Investoren oder neue, zahlungskräftigere Bewohner anzulocken gilt. Ihr haltet es offensichtlich für selbstverständlich, kulturelle Ressourcen &#8220;bewusst für die Stadtentwicklung&#8221; und &#8220;für das Stadt-Image&#8221; einzusetzen. Kultur soll zum Ornament einer Art Turbo-Gentrifizierung werden, weil ihr die die üblichen, jahrelangen Trockenwohn-Prozesse garnicht mehr abwarten wollt. Wie die Stadt danach aussehen soll kann man in St. Pauli und im Schanzenviertel begutachten: Aus ehemaligen Arbeiterstadtteilen, dann &#8220;Szenevierteln&#8221;, werden binnen kürzester Zeit exklusive Wohngegenden mit angeschlossenem Party- und Shopping Kiez, auf dem Franchising-Gastronomie und Ketten wie H&amp;M die Amüsierhorde abmelken.</p>
	<p>Die Hamburgische Kulturpolitik ist längst integraler Bestandteil eurer Eventisierungs- Strategie. Dreissig Millionen Euro gingen an das Militaria-Museum eines reaktionären Sammlerfürsten . Über vierzig Prozent der Ausgaben für Kultur entfallen derzeit auf die &#8220;Elbphilharmonie&#8221;. Damit wird die Kulturbehörde zur Geisel eines 500-Millionen-Grabes, das nach Fertigstellung bestenfalls eine luxuriöse Spielstätte für Megastars des internationalen Klassik- und Jazz-Tourneezirkus ist. Mal abgesehen davon, dass die Symbolwirkung der Elbphilharmonie nichts an sozialem Zynismus zu wünschen übrig lässt: Da lässt die Stadt ein &#8220;Leuchtturmprojekt&#8221; bauen, das dem Geldadel ein Fünf-Sterne-Hotel und 47 exklusive Eigentumswohnungen zu bieten hat und dem gemeinen Volk eine zugige Aussichtsplattform übrig lässt. Was für ein Wahrzeichen!</p>
	<p>Uns macht es die &#8220;wachsende Stadt&#8221; indessen zunehmend schwer, halbwegs bezahlbare Ateliers, Studio- und Probenräume zu finden, oder Clubs und Spielstätten zu betreiben, die nicht einzig und allein dem Diktat des Umsatzes verpflichtet sind. Genau deshalb finden wir: Das Gerede von den &#8220;pulsierenden Szenen&#8221; steht am allerwenigsten einer Stadtpolitik zu, die die Antwort auf die Frage, was mit städtischem Grund und Boden geschehen soll, im Wesentlichen der Finanzbehörde überlässt. Wo immer eine Innenstadtlage zu Geld zu machen ist, wo immer ein Park zu verdichten, einem Grünstreifen ein Grundstück abzuringen oder eine Lücke zu schließen ist, wirft die Finanzbehörde die &#8220;Sahnelagen&#8221; auf den Immobilienmarkt – zum Höchstgebot und mit einem Minimum an Auflagen. Was dabei entsteht, ist eine geschichts- und kulturlose Investoren-City in Stahl und Beton.</p>
	<p>Wir haben schon verstanden: Wir, die Musik-, DJ-, Kunst-, Theater- und Film-Leute, die kleine-geile-Läden –Betreiber und ein-anderes-Lebensgefühl-Bringer, sollen der Kontrapunkt sein zur &#8220;Stadt der Tiefgaragen&#8221; (Süddeutsche Zeitung). Wir sollen für Ambiente sorgen, für die Aura und den Freizeitwert, ohne den ein urbaner Standort heute nicht mehr global konkurrenzfähig ist. Wir sind willkommen. Irgendwie. Einerseits. Andererseits hat die totale Inwertsetzung des städtischen Raumes zur Folge, dass wir – die wir doch Lockvögel sein sollen – in Scharen abwandern, weil es hier immer weniger bezahlbaren und bespielbaren Platz gibt. Mittlerweile, liebe Standortpolitiker habt ihr bemerkt, dass das zum Problem für euer Vorhaben wird. Doch eure Lösungsvorschläge bewegen sich tragischer Weise kein Jota außerhalb der Logik der unternehmerischen Stadt. Eine frische Senatsdrucksache etwa kündigt an &#8220;die Zukunftspotenziale der Kreativwirtschaft durch Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu erschließen&#8221;. Eine &#8220;Kreativagentur&#8221; soll zukünftig u.a. &#8220;Anlaufstelle für die Vermittlung von Immobilienangeboten&#8221; sein. Wer sich die Mieten nicht leisten kann, muss sich als &#8220;künstlerischer Nachwuchs&#8221; einsortieren lassen und bei der Kreativagentur um &#8220;temporäre Nutzung von Leerständen&#8221; ersuchen. Dafür gibt es sogar einen Mietzuschuss, allerdings nur, wenn &#8220;die Dringlichkeit des Bedarfs und die Relevanz für den Kreativstandort Hamburg&#8221; gegeben sind. Unmissverständlicher kann man nicht klarstellen, was &#8220;Kreativität&#8221; hier zu sein hat: Nämlich ein profit center für die &#8220;wachsende Stadt&#8221;.</p>
	<p>Und da sind wir nicht dabei. Wir wollen nämlich keine von Quartiersentwicklern strategisch platzierte &#8220;Kreativimmobilien&#8221; und &#8220;Kreativhöfe&#8221;. Wir kommen aus besetzten Häusern, aus muffigen Proberaumbunkern, wir haben Clubs in feuchten Souterrains gemacht und in leerstehenden Kaufhäusern. Unsere Ateliers lagen in aufgegebenen Verwaltungsgebäuden, und wir zogen den unsanierten dem sanierten Altbau vor, weil die Miete billiger war. Wir haben in dieser Stadt immer Orte aufgesucht, die zeitweilig aus dem Markt gefallen waren – weil wir dort freier, autonomer, unabhängiger sein konnten. Wir wollen jetzt nicht helfen, sie in Wert zu setzen. Wir wollen die Frage &#8220;Wie wollen wir leben?&#8221; nicht auf Stadtentwicklungs- Workshops diskutieren. Für uns hat das, was wir in dieser Stadt machen, immer mit Freiräumen zu tun, mit Gegenentwürfen, mit Utopien, mit dem Unterlaufen von Verwertungs- und Standortlogik.</p>
	<p>Wir sagen: Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der &#8220;Wachsenden Stadt&#8221; gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek- Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich der Stadt der Investoren entgegenstellen.</p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span></p>
	<p><strong>Klarstellungen zum Manifest &#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg“</strong></p>
	<p><em><a href="http://www.facebook.com/home.php?#/pages/Hamburg-Germany/Gangeviertel/64688204424?ref=nf">im Facebook-Forum des Gängeviertels (5.400 Fans, Stand Anfang November 2009)<br />
</a></em></p>
	<p>Am 29.10. haben wir im Gängeviertel ein Manifest vorgestellt, in dem freie Kulturschaffende und Kreative Stellung zum Thema Gentrifzierung und Stadtentwicklung beziehen. Über den massiven Support freuen wir uns sehr. Aus den cirka 260 Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichnern sind mittlerweile über 2600 geworden – die Zahl der Unterstützer hat sich in sechs Tagen verzehnfacht. Sehr in unserem Sinne ist, dass längst nicht mehr nur Menschen mit kreativen Berufen unterzeichnen. Schließlich haben wir unsere Rolle als &#8220;Kreative“ in Gentrifizierungs- und Aufwertungsprozessen thematisiert, um zu sagen: Die Stadt gehört allen. Wir beanspruchen keine hervorgehobene Stellung, wir kämpfen um Freiräume nicht anders als andere Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt.</p>
	<p>Deshalb halten wir es für notwendig, ein paar Missverständnissen vorzubeugen, die von politischer und von Medienseite an uns herangetragen werden. Das Manifest ist kein &#8220;Künstlermanifest“, kein &#8220;Aufschrei“ oder Forderungskatalog von sich vernachlässigt fühlenden Kreativen, die von Politikern an die Hand genommen werden möchten. Wir machen keine Lobbyarbeit damit und verwahren uns gegen Versuche, uns so zu interpretieren – mögen sie auch noch so wohlmeinend sein. All das steht zwar in &#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg“ bereits deutlich drin, aber vielleicht muss man es nochmal und in Großbuchstaben sagen: WIR WOLLEN KEINE GÜNSTIGEN ATELIERS ALS ALIBI EINER STADT, DIE NUR FÜR DIE BESSERVERDIENENDEN DA IST.</p>
	<p>Insbesondere die GAL scheint &#8220;Not In Our Name, Marke Hamburg“ aufgeschreckt zu haben. In gleich zwei Presseerklärungen zum Manifest erklärt die GAL, sie begrüße unsere Kritik, weil sie &#8220;das Problem der Gentrifizierung“ selbst „erkannt und benannt“ habe und &#8220;intensiv an Antworten darauf“ arbeite. Ehrlich gesagt: Da lachen ja die Hühner. Die GAL hat den Bau der Vattenfall-Fernwärmeleitung durch St. Pauli und Altona durchgewunken und lässt den dortigen Arme-Leute-Grünzug auf Kosten &#8220;nicht zukunftsfähiger“ Sozialwohnungen aufschicken. Die GAL unterstützt die Ansiedlung von Ikea in der Neuen Großen Bergstraße massiv und sorgt damit dafür, dass die letzte Arme-Leute-Fußgängerzone in der westlichen inneren Stadt verschwindet. Die GAL hat zwei Monate lang zur Besetzung des Gängeviertels geschwiegen, um nach der Zahlung durch den Investor zu vermelden, es länge jetzt &#8220;in seiner Hand zu entscheiden, welche Zukunft die Kunstschaffenden im Viertel haben.“</p>
	<p>Ein Wort noch zum Bürgermeister, der sich wünscht &#8220;dass diejenigen, die das unterschrieben haben, sich vorher geäußert hätten“: Zum Konzept der unternehmerischen Stadt und der Ideologie des meistbietenden Verhökerns &#8211; in Hamburg eine Erfindung der SPD und heute der ganze Stolz der CDU &#8211; gibt es seit vielen Jahren meterweise kritische Artikel, Bücher und andere Publikationen. Eine Literaturliste senden wir gerne zu.</p>
	<p>Wer dem Manifest Forderungen ablauschen will, möge doch einfach die Solidaritätserklärung mit den diversen Initiativen und der Recht-auf-Stadt-Bewegung ernst nehmen, deren Forderungen wir uns zu eigen machen – unter anderem: Keine Moorburg-Trasse! Gängeviertel selbstverwaltet! Kein Ikea in Altona! BNQ stoppen! Bezahlbare Wohnungen überall in der Stadt! Keine Privatisierung öffentlicher Räume! Keine Vertreibung von Hartz-IV-EmpfängernInnen aus ihren Wohnungen! Freie Wohnortwahl für Flüchtlinge!</p>
	<p><em>Ted Gaier, Melissa Logan, Rocko Schamoni, Peter Lohmeyer, Tino Hanekamp und Christoph Twickel für die „Not in Our Name, Marke Hamburg“ Initiative</em></p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/jandelay.jpg"><img src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/jandelay.jpg" alt="jandelay" title="jandelay" width="500" height="500" class="alignnone size-full wp-image-820" /></a></p>
	<p>Hot Spot der coolen Hunde #1: Sternbrücke mit Astra Stube, Waagenbau und Fundbuereau</p>
	<p><a href="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/goldenpudelclub.jpg"><img src="http://blog.daremag.de/wp-content/uploads/2009/10/goldenpudelclub.jpg" alt="goldenpudelclub" title="goldenpudelclub" width="500" height="500" class="alignnone size-full wp-image-821" /></a></p>
	<p>Kraftzentrum der coolen Hunde #2: Pudel</p>
	<p><span style="color: #ffffff;">&#8212;</span>
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.daremag.de/2009/10/not-in-our-name-marke-hamburg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
